Aust, WeTab, iPad, Sport-Tag

Stefan Aust bewältigte das Aus für sein Magazinprojekt durch WAZ und Springer, indem er der FAZ ein Riesen-Interview zum Thema gab. Die mit pompösem Wortgeklingel gestartete Zeitung Sport-Tag erlebt in Rekordzeit ihren Schlusspfiff und Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen zeigte das immer noch seltsam unfertig wirkende WeTab auf der Next in Berlin. Das große Vorbild Apple sorgte derweil mit einem veritablen Preis-Chaos zum Deutschland-Start des iPad für verwirrte Fanboys.

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Die WAZ und Axel Springer haben bei Stefan Austs ambitioniertem Magazin-Projekt den Stecker gezogen. Trotzdem gibt Aust noch ein Riesen-Interview zum Thema in der FAZ. Die ganze Aufmerksamkeit habe dem Projekt geschadet. Wenn er da mal nicht den Schwanz mit dem Hund wedeln sieht. Aust sagt, dass WAZ-Chef Bodo Hombach mit Einzelheiten zum Projekt vorgeprescht sei. Naja. Das kann man so oder so sehen. Aust sagt, dass er die Hombach’sche Info-Politik gar nicht kritisieren" will und tut es im selben Atemzug natürlich doch. Dass die WAZ und Springer die Sache durchgezogen hätten, wenn alles ein bisschen geheimer abgelaufen wäre, ist aber schon eine sehr individuelle Sichtweise.

Groß war die Welle, als die deutschen Preise für Apples iPad bekanntgegeben wurde. Hierzulande sollte das iPad so teuer sein, wie nirgends sonst auf der Welt, dank einer neuen Urheberrechtsabgabe von 15 Euro. Das kleinste iPad hätte somit 514 Euro gekostet, das größte mit UMTS 814 Euro. "Blame your Government", soll Steve Jobs sogleich in einer E-Mail gebellt haben, weil die Regierung schließlich für die ungeliebte Abgabe verantwortlich sei. Kurze Zeit später wurde zurückgerudert. Dann hieß es plötzlich, nur noch für das große 64-Gig-Modell des iPad werden die 15 Euro Abgabe fällig, weil die Abgabe nur für Geräte gilt, die mehr als 40 Gigabyte Speicher haben? Warum zur Hölle? Wenige Tage später verschickte Apple dann E-Mails an Vorbesteller des iPad, dass nun auch die Abgabe für das 64-Gig-Modell nicht zum Tragen kommt. Wörtlich heißt es in der Apple-Mail: "Bis auf Weiteres gehen wir davon aus, dass das iPad von Urheberrechtsabgaben für PCs, so wie diese zurzeit von der Verwertungsgesellschaft definiert sind, ausgenommen ist." Man beachte: "Bis auf weiteres".

Ein Hin und her gibt es auch beim Möchtegern-Konkurrenten von Apple, der Firma Neofonie. Die haben ihr Wunder-Brett WePad nun in WeTab umbenannt und sich dafür schon wieder einiges an Spott anhören müssen. Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen präsentierte das WeTab in dieser Woche bei auf dem Next-Kongress in Berlin und schaffte es auch diesmal nicht, Skeptiker zu überzeugen. Kritische Anmerkungen bei Facebook und in Blogs zur neuerlichen WeTab-Präsentation gibt es zuhauf. Seltsam ist vor allem auch, dass Hoffer von Ankershoffen das WeTab nie richtig in die Hand zu nehmen scheint. Immer hängt ein Kabel dran, es steht auf einem Ständer und wird nur ganz ganz vorsichtig und zaghaft bedient, gerade so, als habe man Angst, das WeTab könnte gleich zerbrechen. Das macht leider immer noch gar keinen vertrauenserweckenden Eindruck.

Wenn man Wetten würde, dass das WeTab eines nicht allzu fernen Tages das Schicksal vom Sport-Tag teilt, würde man vermutlich kein allzu hohe Risiko eingehen. Die vollmundig gestartete Sport-Tageszeitung des Verlegers Michael Hahn ist nun in Rekordtempo dort angekommen, wo man sie schon beim Start vermutet hat: im Nirgendwo. Das Blatt ist offenbar eingestellt. Dass der Schlusspfiff kurz bevorstehen würde, wusste man spätestens als das Heft kürzlich auf wöchentliche Erscheinungsweise umgestellt wurde. Manchen Projekten sieht man schon an der Nasenspitze an, dass sie nicht funktionieren.

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