Aust: „Aufmerksamkeit hat uns geschadet“

Stefan Aust hat in einem Interview mit der FAZ die öffentlichen Stellungnahmen und Spekulationen für das vorläufige Scheitern seiner Zeitschriftenentwicklung ("Woche") mitverantwortlich gemacht: "Die große Aufmerksamkeit hat dem Projekt sicher geschadet. Das war mir immer klar." Die möglichen Gesellschafter WAZ – Auftraggeber der Entwicklung – und Axel Springer hatten sich am 6. Mai offiziell zurückgezogen. Aust sucht auf eigene Faust neue Investoren und sagt: "Es sieht sehr gut aus."

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Der ehemalige Spiegel-Chefredakteur legt Wert auf die Feststellung, in der einjährigen Entwicklungsphase selbst nie etwas Konkretes gesagt zu haben: "Und dann hat Bodo Hombach von der WAZ zum erstem Mal Einzelheiten verkündet. Dafür hatte er aber sicher seine Gründe. Ich will das gar nicht kritisieren."
Im Gespräch mit der FAZ betont Aust noch einmal, man habe sich nicht gegen Focus, Spiegel und Stern positionieren wollen: "Wenn die anderen glauben, sie wären durch unser Projekt in Gefahr gekommen, dann ist das lächerlich." Vielmehr habe man überlegt, etwas neues zu entwickeln, und zwar "quasi in drei Medien: Print, Online und TV. In einer Form, die ästhetisch anspruchsvoll und technisch leicht zu bedienen ist. Dabei haben wir wirklich etwas ziemlich Neues entwickelt." Seine etwa 20-köpfige Redaktion will Aust nun "soweit es geht, mit anderen Aufgaben beschäftigen, wir haben eine ganze Menge zu tun."
Zum Ende wird Aust grundsätzlich und erklärt die Medienkrise: Die sei "auch ein Stück weit selbst gemacht. Man klebt am Alten und wagt kaum etwas Neues." Der Vorstand eines großen Zeitschriftenverlages habe wörtlich gesagt: "Die Produkte, die wir herstellen, braucht doch sowieso kein Mensch." Aust dazu: "Manche Manager glauben nicht mehr an ihr eigenes Geschäftsmodell. Dann darf man sich nicht wundern."

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