Online-IVW braucht dringend Reform

Die IVW-Zusammenlegung der drei VZ-Communities ist nur das neueste Beispiel in einer Reihe von Fällen, die die Online-IVW-Zahlen immer undurchschaubarer machen. Website-Betreiber gründen Vermarktungskoperationen, fassen verschiedenste Angebote in der IVW zusammen und sorgen so dafür, dass die Zahlen selbst innnerhalb von Segmenten und Branchen immer weniger vergleichbar werden. Die IVW sollte ihre Regelungen unbedingt reformieren, will sie ihren Status als harte Online-Währung nicht verlieren.

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Die IVW-Zusammenlegung der drei VZ-Communities ist nur das neueste Beispiel in einer Reihe von Fällen, die die Online-IVW-Zahlen immer undurchschaubarer machen. Website-Betreiber gründen Vermarktungskoperationen, fassen verschiedenste Angebote in der IVW zusammen und sorgen so dafür, dass die Zahlen selbst innnerhalb von Segmenten und Branchen immer weniger vergleichbar werden. Die IVW sollte ihre Regelungen unbedingt reformieren, will sie ihren Status als harte Online-Währung nicht verlieren.

Um eines vorweg zu sagen: Das, was die VZ-Netzwerke getan haben, ist völlig regelkonform und sogar verständlich. Mit der gigantischen Visits-Zahl von 440,72 Mio. führt man das IVW-Ranking nun auf absehbare Zeit an und kann eventuelle Verluste von StudiVZ und SchülerVZ womöglich mit eventuellen Gewinnen von MeinVZ ausgleichen, um stabil dazustehen. Aber: Für die Vergleichbarkeit mit IVW-geprüften Konkurrenten wie wer-kennt-wen.de oder MySpace ist die Zusammenlegung der drei Communities extrem kontraproduktiv.

Vor den VZ-Netzwerken haben bereits zahlreiche andere Anbieter mit ähnlichem Vorgehen für ähnliche Verschleierung von Einzelzahlen gesorgt. So besteht die Vists-Zahl des langjährigen IVW-Tabellenführers T-Online nicht etwa nur aus den Besuchern von T-Online.de. Stattdessen werden zum IVW-Geprüften T-Online-Konglomerat u.a. auch völlig andere konzerneigene Websites wie Musicload, Wetter.info, Autoscout24.de und Friendscout24.de hinzugezählt.

In der Nachrichtenbranche ist vor allem der Fall N24 bekannt geworden. Dort beschloss man im Sommer 2009, das Frage-Antwort-Netzwerk wer-weiss-was zu den Visits von N24.de zu addieren. Seitdem hat das IVW-geprüfte N24.de nicht mehr viel mit einer Nachrichtenwebsite zu tun, denn nichtmal mehr ein Viertel der 19,9 Mio. Visits stammt aus redaktionellen Inhalten. Und noch ein Beispiel: Bei Welt Online werden seit einiger Zeit auch die Websites Musikexpress.de, Rollingstone.de und Metalhammer.de mitgezählt. Die drei Musikmagazine haben nichts mit der Welt zu tun, außer dass sie zum selben Mutterunternehmen gehören.

Die Beispiele, die sich noch stundenlang weitererzählen ließen, zeigen eins: Die Vergleichbarkeit der IVW-Zahlen – selbst unter Wettbewerbern – ist längst nur noch eingeschränkt vorhanden. Dabei hat die IVW eigentlich Instrumente, um solche Vorgänge zu verhindern. Schließlich gibt es die Kategorien "Angebote" und "Netzwerke". Doch welchen Sinn hat eine IVW-Kategorie "Netzwerke", wenn doch so viele Unternehmen ihre künstlichen Netzwerke lieber als "Angebot" ausweisen. Ein kleines N24-Logo auf die wer-weiss-was.de-Website und schon gehört sie für die IVW zu N24.de.

Meiner Meinung nach besteht hier dringend Handlungsbedarf. Der IVW-Begriff "Angebot" muss neu definiert und geordnet werden. Sämtliche Einzelwebsites des jeweiligen IVW-"Angebotes" müssen geprüft und bei zu großen inhaltlichen Unterschieden getrennt ausgewiesen werden. Nur so kann eine bessere Vergleichbarkeit verschiedener IVW-geprüfter Websites wieder hergestellt werden – und nur so kann die IVW die Gefahr abwenden, sich in Sachen Online-Daten nach und nach selbst in die Bedeutungslosigkeit zu manövrieren.

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