Frankreichs Fußball sendet selbst

Dieser Weg ist auch für die Fußball-Bundesliga nicht unwahrscheinlich: Der französische Profi-Fußball startet einen eigenen TV-Kanal, um zunächst die 2. Liga selbst im Fernsehen zu produzieren und zu vermarkten. Mit Blick auf den Spitzenfußball der 1. Liga wertet die FAZ den Schritt als eine "verzweifelte Drohgebärde". Da das staatliche Fernsehen neuerdings werbefrei ist, kommt es als Vertragspartner nicht mehr in Frage – ein auch in Deutschland diskutiertes Szenario.

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Die französischen Profiligen haben sich seit den Anfängen des Privatfernsehens  fest mit dem Bezahlsender Canal+ verbündet, daran wird sich auch vorerst nichts ändern. Sorgen macht allerdings der zweite Rechteinhaber Orange, eine France-Télécom-Tochter. Liga-Präsident Frédéric Thiriez erklärt, es eile nicht, "aber wir müssen Geldquellen erschließen für den Fall, dass Orange abspringt."

Ein eigener Kanal ist auch ein wiederkehrendes Lieblingsthema speziell der Bayern-Vordenker Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, das im turnusmäßigen Vertragspoker regelmäßig zum Einsatz kommt. Der möglicherweise anstehende Strukturwandel in der Finanzierung von ARD und ZDF würde die Diskussion neu beleben: Bei geringeren Einnahmen durch eine Haushaltsabgabe wären teure Sportrechte kaum noch zu finanzieren.

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