Donna: Das Magazin zur Menopause

Burdas Freundin Ableger Freundin Donna für die Frau ab 45 ist ein dickes Ding geworden. Mit 260 Seiten erreicht das Heft fast Katalog-Niveau. Leider auch im Innenteil. Eine Produktstrecke jagt die nächste. Dazwischen gibt es aber auch viel Raum zum psychologisieren über das Lebensgefühl kurz vor oder kurz nach der Menopause. Dabei wirkt Freundin Donna über weite Teile deutlich jünger und unentschiedener als sie eigentlich sein will. Das Blatt muss seinen Rhythmus erst noch finden.

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Es ist ja immer ein bisschen problematisch mit ersten Ausgaben. Die Redaktion hat viele Ideen, der Verlag hat gewisse Erwartungen und die werte Anzeigenkundschaft will auch zufriedengestellt werden. Also wird nach langer Entwicklungszeit meistens sehr viel reingepackt in so eine erste Ausgabe. Manchmal zuviel. Und man versucht möglichst nichts falsch zu machen. Die Gefahr beim Nicht-Falschmachen ist natürlich, dass man dabei auch tendenziell zu wenig wirklich richtig macht. Bei Freundin Donna ist man als Leser zunächst einmal erschlagen vom schieren Umfang. Das Heft ist dick geworden. Sehr dick. Doch dafür fühlt sich der eigentlich ambitionierte Erst-Verkaufspreis von drei Euro gar nicht mal so teuer an.

Hätte man im Vorfeld nicht schon allerlei über das neue Heft und die Zielgruppe gelesen, dann wäre einem womöglich gar nicht auf den ersten Blick aufgefallen, dass hier die schon ein bisschen älteren Semester angesprochen werden sollen. Das Cover ziert eine Frau, die eher aussieht wie Mitte 30 statt wie Mitte 40 oder Mitte 50. Und im Innenteil räkeln sich vorzugsweise junge Models unter heißer Sonne, die der werten Leserschaft das eine oder andere Produkt feilbieten. Und Produkte gibt es hier wahrlich genug. Chefredakteurin Ulrike Zeitlinger hat im MEEDIA-Interview unlängst gesagt, dass sie eine große Verfechterin von Produktvorstellungen ist. Das lässt sich nach Durchsicht von Freundin Donna auch kaum leugnen.

Parfüm, Kosmetik, Handtaschen, Bücher, Gartengeräte, Küchenzubehör und Mode, Mode, Mode. Vor allem die erste Hälfte der dicken Donna kommt ein bisschen sehr katalogmäßig daher. Da ist es nur konsequent, dass dem Flakons-Designer Serge Mansau auch noch ein ausführliches Porträt gewidmet wird. Ob das wirklich die Leserin interessiert? Die zwischen Produktstrecken eingestreuten großen Geschichten sind teilweise thematisch mutig gewählt (Frauen in der Lebensmitte sprechen über ihren "Aufbruch", ein Text beschreibt den Tod einer langjährigen Freundin), trauen sich aber dann doch nicht, konsequent in die Tiefe zu gehen. Den aufbruchfreudigen Damen hat man jeweils nur eine inhaltsarme Textspalte zum Foto gegönnt, der Erfahrungsbericht über das Thema Tod muss mit zweieinhalb Seiten und ein paar Stock-Fotos von Friedhöfen auskommen.

Dazwischen gibt es immer wieder allerlei Listen mit allzu offensichtlichen Inhalten. Frauen wird geraten zur Brustkrebsvorsorge und zur Darmspiegelung zu gehen. Männer träumen angeblich davon, endlich auch mal um Hilfe bitten zu können und Rückenschmerzen wird man los mit Pillen, Bewegung und/oder Akupunktur. Ganz wie man will, man hat die Qual der Wahl. Das Problem von Freundin Donna ist vielleicht, dass das Blatt zu unentschieden, zu beliebig wirkt. Es steckt für alle etwas drin, eigentlich egal, in welchem Alter die Leserin sich gerade befindet. Keiner wird verprellt aber es wird auch nicht inspiriert. Einige interessante Ansätze, wie der Text zur ehemaligen Praktikantin, die nun die Chefin der wesentlich älteren Kollegin ist, werden nicht konsequent zu Ende entwickelt. Bloß nicht anecken und schön viele Produkte zeigen scheint die Devise bei der Erstausgabe gewesen zu sein. Die eigene Tonalität und Themenmischung, die Chefredakteurin Zeitlinger im Editorial beschwört, muss Freundin Donna erst noch finden. Im Herbst soll die zweite Ausgabe erscheinen.

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