Axel Springer mit Rekord-Quartal

Bei Axel Springer jagt eine euphorische Zahlen-Meldung die nächste. Vor kurzem erst wurde das Jahr 2009 erfolgreich bilanziert und es gab gute Vorab-Zahlen für das erste Quartal 2010. Jetzt reicht Springer die Details nach und die sind noch besser, als es die Vorab-Veröffentlichung vermuten ließ. Springer schließt das Q1 mit einem Rekord-Ergebnis beim operativen Gewinn (EBITDA) in Höhe von 119,2 Mio. Euro ab. Besonders das Werbe-Geschäft zog zu Jahresbeginn wieder an. Und das soll auch so bleiben.

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Bei Axel Springer jagt eine euphorische Zahlen-Meldung die nächste. Vor kurzem erst wurde das Jahr 2009 erfolgreich bilanziert und es gab erste gute Vorab-Zahlen für das erste Quartal 2010. Jetzt reicht Springer die detaillierten Quartals-Zahlen nach und die sind noch besser, als es die Vorab-Veröffentlichung vermuten ließ. Springer schließt das Erste Quartal mit einem Rekord-Ergebnis beim operativen Gewinn (EBITDA) in Höhe von 119,2 Mio. Euro ab. Besonders das Werbe-Geschäft zog zu Jahresbeginn wieder an. Und das soll auch so bleiben.

Vor allem im März habe sich der Werbemarkt deutlich belebt, teilte der Medienkonzern mit. Wegen der Spitzen-Zahlen hat Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Er rechnet nun für 2010 mit einem steigenden Umsatz und die bisher vorhergesagte operative Gewinnsteigerung von zehn Prozent soll deutlich übertroffen werden. Döpfner: "Die Transformation in die digitale Welt bietet für ein Inhalte-Unternehmen viel mehr Chancen als Risiken, und die sehr hohen Gewinnmargen der Zeitungen und Zeitschriften zeigen: Der Abgesang auf das Print-Geschäft ist falsch.“ Die guten Zahlen zeigen auch, dass die viel beschworene Medien- und Printkrise mittlerweile eine Krise einzelner Unternehmen ist, zu denen Springer nicht gehört. Während andernorts teilweise noch immer Heulen und Zähneklappern herrscht, präsentiert sich Springer mitten im Medienwandel kraftstrotzend und selbstbewusst wie nie zuvor. Die guten Zahlen belegen aber auch, dass es der Berliner Konzern eigentlich nicht nötig hätte, vehement für das so genannte Leistungsschutzrecht zu kämpfen, bei dem die Verlage an den Gewinnen von Google beteiligt werden wollen.

Springers Erfolg ruht auf zwei Säulen. Da ist zum einen das inländische Print-Geschäft, das sich allen Unkenrufen zum Trotz kerngesund präsentiert. Die deutschen Springer-Zeitungen konnten ihre Werbe-Erlöse leicht steigern, die Vertriebserlöse sind um knapp drei Prozent gesunken. Der Umsatz fiel von 292,4 auf 289,4 Mio. Euro. In Summe ist das operative Ergebnis aber deutlich, um knapp 20 Prozent, auf 77,6 Mio. Euro nach oben gegangen. Anhaltenden Spar- und Effizienzmaßnahmen sei Dank. Der leichte Anstieg der Werbeerlöse um ein knappes Prozent geht in erster Linie auf das Konto von Bild und Bild am Sonntag. Die deutschen Zeitschriften erwirtschafteten beim operativen Ergebnis einen Rekordwert von 25,2 Mio Euro (+ 93 Prozent). Der Umsatz ging hier um gut sechs Prozent auf knapp 120 Mio Euro zurück – dies liegt aber gut zur Hälfte daran, dass Springer seine übrig gebliebenen Frauen- und Jugendtitel aus München (Jolie, Mädchen, Popcorn) an den OZ Verlag verkauft hat. Der Rest ist wieder mal Effizienzsteigerung. „Die Erholung des Werbemarktes bei den deutschen Zeitungen und Zeitschriften scheint sich im zweiten Quartal fortzusetzen", sagte Döpfner, "Es gibt Hoffnung, dass wir die Talsohle durchschritten haben."

Die zweite Säule ist das Digitalgeschäft. Mit 160 Mio. Euro erbrachte die Digitalsparte im ersten Quartal den zweitgrößten Umsatzbeitrag im Konzern nach den heimischen Printmedien. Mit berücksichtigt sind dabei die erstmaligen Konsolidierungen der Zukäufe Stepstone, Digital Window und Perfiliate. Aber auch die inhaltlich getriebenen Portale hätten ihre Umsätze um 8,4 Prozent steigern können. Die Erlöse auf Online-Werbung kletterten um über 47 Prozent auf 113,5 Mio. Euro. Der operative Gewinn legte von knapp sieben auf über 13 Mio. Euro zu. Springer verdient gutes Geld im Internet. Ganz ohne Leistungsschutz.

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