Süddeutsche bekommt Doppelspitze

Die Süddeutsche Zeitung bekommt offenbar eine Doppelspitze. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus werden die bisherigen stellvertretenden Chefredakteure Wolfgang Krach und Kurt Kister die Nachfolge des zum Jahresende ausscheidenden Werner Kilz antreten. Laut Focus basiert diese Regelung auf einem Vorschlag des seit 14 Jahren amtierenden Chefredakteurs, dem nun auch die Gesellschafter zugestimmt hätten. Die wesentliche Vorgabe für die neuen Blattmacher sei dabei einfach formuliert: Sparen.

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Dass der 46-Jährige Krach sowie Kurt Kister, 52, ehemals Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin, künftig als Chefredakteure antreten, ist ein Erfolg für die Redaktion, die sich eine interne Regelung bei der Nachfolge des hochgeachteten Werner Kilz gewünscht und aufgrund des Redaktionsstatuts in dieser Frage auch ein Mitbestimmungsrecht gehabt hätte. Der frühere Leiter des SZ-Newsdesk Krach war erst Mitte 2007 in die Chefredaktion aufgerückt und dort auf den altersbedingt ausscheidenden Vize Ernst Fischer gefolgt.
Von den Eigentümern des Verlags, der Süddwestdeutschen Medienholding (SWMH) hatte es bislang geheißen, dass dort ein externer Kandidat favorisiert werde, da man einem solchen eher zutraue, einschneidende Maßnahmen umzusetzen. Gehandelt worden waren in diesem Zusammenhang mehr als ein halbes Dutzend hochkarätiger Namen.
Nun ist es offenbar zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen, die das krisengebeutelte Haus vorerst zur Ruhe bringen sollte. Die wirtschaftliche Lage bleibt indes angespannt. Laut Focus muss die SWMH auch 2010 Geld nachschießen, nachdem die jährliche Zinslast nach der Übernahme des Verlags zuletzt von 2,4 auf 42,5 Millionen Euro "explodiert" sei.

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