Formspring.me als Eltern-Schreck

In den USA kommt das Web-Spielzeug Formspring.me, bei dem Nutzer anonyme Fragen beantworten können, immer stärker in die Kritik. Vor allem bei Schülern und Teenagern wird Formspring.me laut einem Artikel der New York Times offenbar vor allem für so genanntes Cyber-Mobbing genutzt. Wüste Beleidigungen und Herabsetzungen sind bei Formspring.me an der Tagesordnung. Unter Eltern ist die Website, die zeitweise auch in der deutschen Web-Szene sehr populär war, noch weitgehend unbekannt.

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Als trauriger Höhepunkt des Cybermobbings via Formspring.me wird in Medien häufig der Selbstmord der 17-jährigen Alexis Pilkington aus Long Island genannt. Der Teenager sah sich offenbar massiven Beschimpfungen via Facebook und Formspring.me ausgesetzt. Zwar haben die Eltern der Toten gegenüber Medien erklärt, sie glauben nicht, dass das Cyber-Mobbing die Ursache für der Selbstmord gewesen ist – die Heftigkeit der Hass-Attacken gegen die 17-Jährige im Netz, selbst nach deren Tod, irritierten aber doch.
Bei Formspring.me kann man sich anmelden und dann Fragen, die anonym gestellt werden, beantworten. Als angemeldeter Nutzer wird man vorher von den Fragen informiert und kann selbst entscheiden, ob man die Fragen veröffentlichen und antworten möchte oder nicht. Laut New York Times hält dies aber zumindest us-amerikanische Jugendliche nicht davon ab, selbst hasserfüllte Fragen und Kommentare reihenweise online zu stellen. Besonders beliebt sind demnach Fragen zu sexuellen Vorlieben oder unzulänglichen Äußerlichkeiten. Hinter Formspring.me steckt die US-Firma Formstack, ein Unternehmen, das darauf spezialisiert ist, Online-Formulare zu programmieren.
Formspring.me, eine Art Nebenprodukt, hat es  mittlerweile geschafft, 2,5 Mio. Dollar von diversen Investoren einzusammeln. Und das, obwohl ein wie auch immer geartetes Geschäftsmodell nicht im Ansatz zu erkennen ist. Ende 2009 und Anfang 2010 verbreitete sich Formspring.me unter deutschen Bloggern und Twitter-Nutzern als eine Art neues Lieblingsspielzeug. Mittlerweile ist die Begeisterung aber deutlich abgekühlt. Bekannte deutsche Web-Größen wie Sascha Lobo haben schon seit Monaten keine Formspring-Fragen mehr beantwortet. Die Faszination des anonymen Frage-Antwort-Spiels scheint sich, zumindest bei älteren Zeitgenossen, relativ schnell abzunutzen.

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