ROG verlangt Asyl für iranische Reporter

In einem Brief richten sich Reporter ohne Grenzen an Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Bundesinnenminister Thomas de Maizière. ROG verlangt von der Bundesregierung, seine Zusage einzuhalten und verfolgte iranische Journalisten aufzunehmen, denn "die dramatische Lage von ihnen erfordert schnelles Handeln und Mitmenschlichkeit"

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Seit den gewalttätigen Protesten im Sommer 2009 mussten mehr als 50 Journalisten den Iran verlassen. Laut ROG hat die Bundesregierung am 16. März dieses Jahres zugesichert, iranische Reporter  und Menschenrechtler aufzunehmen, die aufgrund von Repressalien flüchten mussten. "Wir verstehen nicht, warum nach der generellen Zusage der Bundesregierung der Prüfungsprozess des derzeit federführenden Bundesinnenministeriums  nicht beschleunigt werden kann", so Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen Christian Rickerts. Derzeit gäbe es keinen Kontakt zwischen den verfolgten Journalisten und den deutschen Behörden. Weiter verurteilt er, dass man den Einsatz für Demokratie zwar in politischen Reden lobe, mehr Unterstützung von den westlichen Ländern nicht zu erwarten sei.

Indes zeigte Frankreich weitaus mehr Hilfsbereitschaft und nahm bislang fast 30 Blogger und Menschenrechtler in ihrem Land auf. Die USA, Kanada, Italien und Norwegen zeigen eine ähnliche Tendenz.

Anlass für diese Forderung ist die Verleihung des sechsten Henri Nannen Preises um die Pressefreiheit, den der iranische Journalist Maziar Bahari, stellvertretend für seine zahlreichen inhaftierten und verfolgten Kollegen entgegennehmen wird. Er selbst wurde nach den Unruhen während der Präsidentschaftswahlen festgenommen und war 118 Tage inhaftiert.  

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