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Henri Nannen Preise 2010: die Sieger

In gediegener Atmosphäre wurden in Hamburg die Henri Nannen Preise 2010 verliehen. Gruner + Jahr-Vorstandschef Bernd Buchholz und die Stern-Chefredakteure Andreas Petzold und Thomas Osterkorn begrüßten die Gäste auf dem roten Teppich. Altbundeskanzler Helmut Schmidt wird für sein Lebenswerk geehrt. Der ehemalige Newsweek-Korrespondent Maziar Bahari erhält stellvertretend für alle unterdrückten Journalisten im Iran den Henri in der Kategorie Pressefreiheit. MEEDIA präsentiert alle 18 Preisträger.

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Die folgenden Arbeiten wurden aus 878 eingesandten Stücken als Beste geehrt.
Reportage (Egon Erwin Kisch-Preis): Hania Luczak für „Ein neuer Bauch für Lenie“. Eine Geschichte, die die Jury als "bewegend und genau, präzise, empathisch und frei von Kitsch" bewertete.(GEO)
Dokumentation: Katja Gloger, Jan Christoph Wiechmann, Giuseppe Di Grazia für die Doku „Amerikas dunkles Geheimnis“, die zeigt, "wie ein ganzer Staat auf die dunkle Seite wechselte und mit Druck und Versprechungen Menschen zu willfährigen Mittätern machte".(stern)
Investigation: Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Jörg Schmitt recherchierten, "welche Rolle Thomas Middelhoff beim Untergang des Arcandor-Konzerns gespielt hatte und stießen dabei auf einen Wirtschaftsskandal und fragwürdige Bereicherungen". (Der Spiegel)
Humor: Andreas Bock, Dirk Gieselmann, Fabian Jonas, Lucas Vogelsang für die "herausragende unterhaltsame, humorvolle Berichterstattung" des Teams des 11Freunde-Livetickers. (11Freunde)
Fotoreportage: Tomás Munita für die Darstellung "der mühseligen Guano-Ernte auf einer Felseninsel vor der Küste Perus „auf einfühlsame Weise und in magischen Farben".(GEO) 
Sonderpreis: Marc Baumann, Martin Langeder, Mauritius Much, Bastian Obermayer für die Veröffentlichung von mehr als hundert Feldpostbriefen und E-Mails deutscher Soldaten aus Afghanistan, welche "ein authentisches Gefühl dafür verliehen, wie die Deutschen in den Krieg und der Krieg zu den Deutschen kam."(Magazin der Süddeutschen Zeitung)
Publizistisches Lebenswerk: Altbundeskanzler Helmut Schmidt erhält den Henri Nannen Preis für sein Publizistisches Lebenswerk. Er arbeitete zunächst als freier Mitarbeiter beim Hamburger Echo und wählte dann den Weg in die Politik. Währenddessen schrieb der heute 91-Jährige Essays und politische Meinungsartikel. Seit 1982/83 ist Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung Die Zeit. "Sein großer Sachverstand, seine umfassende Bildung und seine politischen Erfahrungen werden von den Redakteuren bis heute geschätzt und machen den überzeugten Hanseaten zu einem anerkannten Ratgeber und Leitartikler", so stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn.
Den Preis für Pressefreiheit erhalten unterdrückte Journalistinnen und Journalisten im Iran. Maziar Bahari nimmt den Preis stellvertretend entgegen. "Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass der Iran momentan eines der größten Gefängnisse für Medienmitarbeiter ist. Den Kollegen, die unter dem Regime zu leiden haben und nicht aufgeben, für die freie Presse zu kämpfen, gilt unsere Anteilnahme und Anerkennung. Wir freuen uns, dass Maziar Bahari, der selbst im Evin Gefängnis im Iran inhaftiert war und gefoltert wurde, den Preis für seine unterdrückten Kollegen entgegennimmt", so Osterkorn.
Die hochkarätige Jury setzte sich aus Gabriele Fischer (Chefredakteurin brand eins), Peter-Matthias Gaede (Chef- redakteur GEO), Elke Heidenreich (Journalistin und Schriftstellerin), Thomas Hoepker (Fotograf und langjähriger Präsident der Foto-Agentur „Magnum“), Hans Werner Kilz (Chefredakteur Süddeutsche Zeitung), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur DIE ZEIT), Helmut Markwort (Chefredakteur FOCUS), Georg Mascolo (Chefredakteur DER SPIEGEL), Thomas Osterkorn (Chefredakteur stern), Ulrich Reitz (Chefredakteur Westdeutsche Allgemeine Zeitung), Frank Schirrmacher (Herausgeber Frankfurter Allgemeine Zeitung), Gerhard Steidl (Foto- und Kunstbuchverleger) und Anja Niedringhaus (Cheffotografin Associated Press) zusammen.
Der Henri Nannen Preis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert. Mit ihm stellen Gruner + Jahr und der stern "die Bedeutung von anspruchsvollem Print und Onlinejournalismus heraus und erinnern zugleich an das Werk des stern- Gründers Henri Nannen (1913-1996)."

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