Das obskure Ende der Schweizer AP

Einen "obskuren Deal" sieht die FAZ bei den Nachrichtenagenturen in der Schweiz: Im März hatte der Deutsche Depeschendienst ddp seine Filiale AP Schweiz zugemacht und Vereinbarungen mit der Schweizerischen Depeschenagentur SDA getroffen. Die SDA wurde dadurch zum Monopolisten, was womöglich schon früh das Ziel war.

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Nach einem Bericht des Schweizer Medienmagazins Klartext wurde das Geschäft schon im Januar eingefädelt, als die Schweizer AP – seit 2009 im Besitz der neuen ddp-Eigner Peter Löw und Martin Vorderwülbecke – noch Expansionspläne verkündete. "Klartext" nennt sogar einen Operationsnamen für den Vorgang: "Montana".
Nach Einschätzung des FAZ-Korresponenten Jürg Altwegg war die große SDA, wie die deutsche dpa im Besitz der Verlage, durchaus in Bedrängnis, weil sich etliche Kunden für die günstigere Alternative entscheiden. Altwegg:  "Letztlich sah man die einzige Überlebenschance nur noch im Ausschalten der Konkurrenz. So kam es zum Deal mit der deutschen Agentur ddp." Angeblich bezieht die SDA in den nächsten zehn Jahren die ddp-Dienste und bezahlt acht Millionen Euro.
Die dpa hat auf die Entwicklung in der Schweiz reagiert und prüft, dort selbst einen Dienst zu eröffnen – ein Plan, der zweifellos auch mit der deutschen Konkurrenzsituation zum ddp zu tun hat.

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