Turnaround: Time Warner glänzt wieder

Starker Start ins neue Geschäftsjahr: Der US-Medienriese TimeWarner konnte einen Tag nach den guten Quartalszahlen des Rivalen News Corp ebenfalls mit einer besser als erwarteten Bilanz glänzen. Erstmals von der Internettochter AOL befreit, konnte der Nettogewinn um zehn Prozent zulegen - TimeWarner überbot damit die Analysten-Prognosen. Obwohl Konzernchef Jeff Bewkes sogar Rekordzahlen vermeldete, konnte die Aktie nicht profitieren – im Sog der weiter schwachen Wall Street fiel das Papier.

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Starker Start ins neue Geschäftsjahr: Der US-Medienriese TimeWarner konnte einen Tag nach den guten Quartalszahlen des Rivalen News Corp ebenfalls mit einer besser als erwarteten Bilanz glänzen. Erstmals von der Internettochter AOL befreit, konnte der Nettogewinn um zehn Prozent zulegen – TimeWarner überbot damit die Analysten-Prognosen. Obwohl Konzernchef Jeff Bewkes sogar Rekordzahlen vermeldete, konnte die Aktie nicht profitieren – im Sog der weiter schwachen Wall Street fiel das Papier. 

Die Abkopplung der Wall Street von Main Street geht weiter. Während die amerikanischen Aktienmärkte unter der europäischen Schuldenkrise ächzen, legen die Dickschiffe des US-Mediensektors weiter starke Quartalszahlen vor. Einen Tag nach der Gewinnexplosion von News Corp zog US-Rivale TimeWarner mit einem soliden Zahlenwerk nach.

Um 55 Prozent stieg der Gewinn der australisch-amerikanischen News Corp in den ersten drei Monaten des Jahres an – um 10 Prozent legte nun auch der Profit von TimeWarner im ersten Geschäftsquartal des Kalenderjahres 2010  zu. 839 Millionen Dollar hatte News Corp in den ersten 90 Tagen des Jahres unterm Strich verdient, 725 Millionen Dollar waren es nun netto bei TimeWarner, das das erste Mal seit fast zehn Jahren eine Bilanz ohne den Ballast seiner Internet-Tochter AOL vorlegte.

Rekordergebnis: Analystenschätzungen deutlich geschlagen

Die Nettogewinnsteigerung um 10 Prozent klingt gering, ist aber tatsächlich eine Positivüberraschung. Die Gewinnschätzung der von Thomson / First Call befragten Analysten in Höhe von 48 Cent je Aktie wurde nämlich regelrecht pulverisiert. Tatsächlich erzielte TimeWarner einen Überraschungsgewinn von 61 Cent je Anteilsschein, was einem Gewinnanstieg von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. 

Das EBITDA zog um 29 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar an und lag damit ebenfalls weit über den Analystenschätzungen, die noch von 1,4 Milliarden Dollar ausgegangen waren. Gleichzeitig wurde damit der höchste operative Gewinn der US-Traditionskonzerns erzielt. Der Umsatz legte um 5 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar zu, was der größten Steigerung seit mehr als zwei Jahren entsprach. 

Kompletter Turnaround: Auch Printgeschäft kehrt in Gewinnzone zurück

Getragen wurde der Aufschwung maßgeblich von der Filmsparte, die vom DVD-Erfolg der beiden Blockbuster "Sherlock Holmes" und "Blind Site" profitierte. Die Gewinne der Filmsparte sprangen dann auch um 43 Prozent, während der TV-Bereich, zu dem u.a. HBO und CNN gehört, um 22 Prozent zulegte.

Erfreulich für TimeWarner: Auch das kriselnde Printgeschäft, das dem Konzern den Namen gibt ("Time, Inc"), gelangte mit einem Überschuss von 50 Millionen) wieder in die Gewinnzone zurück – die Werbeumsätze zogen um 5 Prozent an. 

"Bewkes gibt dem Konzern die Macher-Attitüde zurück"

"TimeWarner hat mit Rekordergebnissen einen tollen Start in 2010 hingelegt", kommentiert CEO Jeff Bewkes voller Selbstbewustsein das Konzernergebnis. Dasselbe Echo fand der TimeWarner-Vorstand dann auch in den US-Medien. "Bewkes gibt dem Konzern die Macher-Attitüde zurück, die ihm ein Jahrzehnt gefehlt hat", adelte das US-Finanzportal Marketwatch die Turnaroundstory.

Nur die Wall Street nahm davon erneut keine Notiz: Die TimeWarner-Aktie gab im schwachen Marktumfeld zweieinhalb Prozent ab und fiel unter 32 Dollar zurück.

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