P7S1 steigert Umsatz um fünf Prozent

Nach der Vorabmeldung in der vergangenen Woche hat ProSiebenSat.1 nun den gesamten Finanzbericht vorgelegt. Die Sendergruppe hat im ersten Quartal 2010 ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um fünf Prozent steigern können. In ganzen Zahlen ausgedrückt entspricht dies einer Erhöhung um 31,4 Mio. Euro. P7S1-Vorstand Thomas Ebeling sagte, dass man mit den Ergebnissen an das vierte Quartal 2009 anknüpfen könne und man mit der "strategischen Ausrichtung den richtigen Weg" eingeschlagen habe.

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Der Gesamtumsatz der ProSiebenSat.1 Group betrug damit im ersten Quartal 658,4 Mio Euro. Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA (recurring EBITDA) lag mit 128,6 Mio Euro um 37,1 Prozent über dem Vorjahresquartal. Der Periodenüberschuss nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter erhöhte sich auf plus 21,2 Mio. Euro gegenüber einem Minus von 1,7 Mio. Euro im Jahr zuvor.
Die recurring EBITDA-Marge stieg von 15,0 Prozent auf 19,5 Prozent. Das EBITDA erhöhte sich um 31,9 Prozent auf 119,2 Mio. Euro (Q1 2009: 90,4 Mio. Euro). Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter wies die ProSiebenSat.1 Group im ersten Quartal 2010 einen Überschuss von 21,2 Mio. Euro aus – eine Steigerung um 22,9 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 574,2 Mio. Euro (Q1 2009: 577,6 Mio. Euro). Auch die operativen Kosten im Konzern bewegten sich mit 532,2 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau (Q1 2009: 536,3 Mio. Euro).
Die ProSiebenSat.1 Group hat im vergangenen Jahr umfassende Maßnahmen umgesetzt, ihre Kosten zu reduzieren und Prozesse effizienter zu gestalten. Vor allem in Deutschland wurden durch die Verlagerung weiter Teile des Berliner Standorts nach München und die Einführung funktionsübergreifender Strukturen im Bereich Free-TV operative Kosten gesenkt. Die nachhaltig verbesserte Kostenstruktur wirkte sich auch auf die Ergebnisentwicklung der Segmente aus: Die Sendergruppe konnte in allen drei Segmenten das recurring EBITDA gegenüber dem ersten Quartal 2009 steigern.
Auch wenn die Übertragung der Olympischen Spiele im Februar 2010 viele Zuschauer zu den öffentlich-rechtlichen Sendern zog, konnte die P7S1 Group die Zuschauermarktanteile im Kernmarkt Deutschland gegenüber dem Vorjahr ausbauen. Die deutsche Senderfamilie mit SAT.1, ProSieben, kabel eins und N24 steigerte ihren Marktanteil im ersten Quartal 2010 um 0,6 Prozentpunkte auf 29,7 Prozent.
"Der derzeitige positive Trend am Werbemarkt lässt uns etwas optimistischer in das Jahr blicken als zum Jahresanfang", drückte sich Ebeling vorsichtig aus. "Inwieweit dieser Trend nachhaltig ist, lässt sich allerdings noch nicht absehen. Unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung sind unsere Aufgaben für 2010: weiterhin effizient zu wirtschaften, die Leistung im Zuschauermarkt zu verbessern und die Erschließung neuer Erlösquellen voranzutreiben. Es ist unser Ziel für das laufende Jahr, bei konstanten bis leicht reduzierten Kosten das Ergebnis weiter zu steigern."
In einem positiveren Werbemarktumfeld steigerte der Konzern seine TV-Werbeeinnahmen vor allem im deutschen Markt. Insgesamt wies das Segment werbefinanziertes Fernsehen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) ein externes Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,2 Prozent bzw. 27,9 Mio. Euro auf 416,7 Mio. Euro aus.
Das Segment Free-TV International, zu dem die TV-Märkte Niederlande, Belgien sowie der nord- und osteuropäische Raum zählen, startete ebenfalls mit einem Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 160,8 Mio. Euro in das Jahr 2010. Im Vorjahresquartal waren es noch 153,9 Mio. Euro gewesen. Der Großteil des Umsatzwachstums resultiert aus höheren Distributionserlösen, die vor allem in den skandinavischen Märkten über dem Vorjahresniveau lagen.
Die externen Erlöse im Geschäftsbereich Diversifikation gingen im ersten Quartal 2010 hingegen um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 80,9 Mio Euro zurück. Dies lag vor allem an Umsatzrückgängen aus Call-TV (9Live) aufgrund von regulierungsbedingten Änderungen im vergangenen Jahr. Die im März 2009 in Kraft getretene Gewinnspielsatzung der Landesmedienanstalten schreibt u.a. eine Reihe von zusätzlichen Informations- und Nachweispflichten im laufenden Programm vor und hat einen Rückgang der Anruferzahl bei 9Live gegenüber dem ersten Quartal 2009 bewirkt. Im Gegensatz dazu hat sich das Onlinegeschäft weiter sehr positiv entwickelt, sowohl die klassische Internetwerbung als auch der Bereich Video Advertising.
Um das Umsatzportfolio zu erweitern, hat der Konzern in den vergangenen Monaten ein Maßnahme-Paket verabschiedet und seinen Programmvertrieb ausgebaut, neue Sender gelauncht und zusätzliche Erlösquellen wie beispielsweise das Geschäftsmodell "Werbezeiten gegen Umsatzbeteiligung" etabliert.

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