Happinez soll Bauer glücklich machen

Bauer beweist doppelt Mut und bringt am 26. August mit Happinez nicht nur ein neues Hochglanzheft an den Kiosk, sondern erschließt gleich noch ein neues Segment: das der Mindstyle-Magazine. "Happinez eröffnet seinen Leserinnen einen verständlichen Zugang zu einem breitem thematischen Spektrum mit den Schwerpunkten Weisheit, Psychologie und Spiritualität", erklärt Bauer-Geschäftsführer Jörg Hausendorf gegenüber MEEDIA. Neben dem ungewöhnlichen inhaltlichen Ansatz überzeugt das Heft vor allem optisch.

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Bereits Monate vor dem Marktstart von einer bestechenden Optik zu sprechen, ist nicht zu früh, denn Happinez ist keine Bauer-Entwicklung, sondern die deutsche Übernahme eines holländischen Erfolgs-Heftes. Dort gelingt der Zeitschrift seit Jahren das Kunststück, jeden Monat ein neue Ausgabe vorzulegen, die anders aussieht, aber doch immer dem strengen Heft-Look and Feel entspricht. Happinez gelingt dieser Effekt durch zwei einfache grafische Kniffe: Jede Ausgabe ist stets in nur einer Grundfarbe gehalten, und alle Fotos sind zusätzlich mit arabisch- und indisch-anmutenden Ornamenten versehen.

Das Cover des deutschen Dummys. Die Testgruppen
waren begeistert


Entwickelt wurde die Bildsprache von der bekannten holländischen Journalistin Inez van Oord. "Sie verlegte 2003 die ersten Hefte sozusagen in der eigenen Garage", erzählt Hausendorf. Doch schnell entwickelte sich das Konzept und das dazugehörige und frisch kreierte Segment der Mindstyle-Magazine zu einem echten Print-Renner. "Die erste Ausgabe hatte eine Auflage von 27.500 Exemplare. Bereits 2005 wurde Happinez zum Magazin des Jahres gewählt. Die aktuelle Auflage liegt mittlerweile bei knapp 200.000 Exemplaren. Damit ist die Zeitschrift Marktführer der monatlichen Frauenmagazine“. Nicht ohne einen gewissen Stolz weist der Geschäftsführer darauf hin, dass sein neuestes Lizenzprodukt – zumindest in den Niederlanden – trotz seiner esoterisch angehauchten Themen auch ein voller Erfolg in der Anzeigenbranche ist. Marken von Unilever, Beiersdorf oder Nestlé werben in dem Blatt.
Van Oord verkaufte mittlerweile ihre Eso-Landlust an WPG Uitgevers Happinez.

Von dem mittelständischen Zeitschriftenhaus mit einem Umsatz von 195 Millionen Euro kaufte Bauer nun die Lizenz für alle deutschsprachigen Ausgaben. Die erste Nummer kommt am 26. August. Die Erscheinungsweise ist erst einmal zweimonatlich. Der Copy-Preis liegt bei 4,95 Euro und die Startauflage bei 150.000 Exemplaren. Langfristig hofft Bauer bis zu 300.000 Hefte verkaufen zu können.

Das Cover einer holländischen Nummer


"Happinez ist ein Magazin für Menschen, die daran interessiert sind, neue Einblicke und Erkenntnisse zu gewinnen und zu vertiefen, kombiniert mit einem modern-geschmackvollen Lebensstil", beschreibt Hausendorf das Konzept. "Auf anspruchsvolle und trotzdem gut verständliche Weise macht Happinez die Leserinnen mit einer Vielzahl von Themen vertraut, die alle mit Weisheit, Psychologie und Spiritualität zu tun haben."

Bei Happinez steht jede Nummer unter einem großen Motto wie Friede, Liebe oder Zeit. Der Hauptteil des Heftes setzt sich dann mit dem jeweiligen Oberthema auseinander. Um den wechselnden Schwerpunktteil sind stets dieselben festen Rubriken, wie Interviews, Reisereportagen oder Kolumnen angeordnet. Zu den bekannten Happinez-Kolumnisten gehört beispielsweise Paulo Coelho. Das Magazin beschäftigt sich jedoch auch – ganz weltlich – mit dem schnöden Mamon und beinhaltet einen großen Shopping- und Kulturteil. In Holland gibt es sogar einen hauseigenen Shop.

Beispielseite aus der holländischen Happinez

Chefredakteur der deutschen Ausgabe wird Uwe Bokelmann, der beim Hamburger Verlag bereits die Titel tv Hören und Sehen, tv14 und Welt der Wunder verantwortet. Für Happinez baut er gerade ein kleines Team auf. Wer die Redaktionsleitung übernimmt, will Bauer noch nicht verraten. Der Lizenz-Vertrag sieht vor, dass Bokelmann auf alle Inhalte des Mutterheftes zurückgreifen kann. Damit verfügt die Redaktion in der Hansestadt bereits vor dem Start über einen gewaltigen Grundstock an Storys, Kolumnen und Bildern.

Als Zielgruppe schielt Bauer auf Frauen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren, die – laut Verlagsmitteilung – "Wert auf einen bewussten Lebensstil sowie emotionale Weiterentwicklung legen." Eine große Werbekampagne ist zur Hefteinführung nicht geplant. "Das macht gar keinen Sinn. Unsere Zielgruppe erreichen wir via Radio und TV kaum", sagt Hausendorf. Um große Streuverluste zu vermeiden, will der Manager über Sonderplatzierungen in Yoga-Studios oder Wellness-Hotels an die potenzielle Zielgruppe heran kommen.

Für Bauer stellt sich Happinez aktuell als echter Glücksfall dar. Das Heft mixt aus Sicht der Hamburger eine hochwertige Optik mit ernsthaften Inhalten und einer attraktiven Zielgruppe, die bestens zum hanseatischen Medienhaus passt. Die Zeitschrift hat das Potential, eine esoterische Landlust zu werden.

Eine Jamie Oliver-Story als weitere Beispielseite
aus der Original-Ausgabe


So wie Hausendorf das neue Mindstyle-Segment beschreibt, drängen sich förmlich die Ähnlichkeiten mit dem Erfolgsheft des Landwirtschaftsverlags aus Münster auf. "Mindstyle steht für die Verbindung von Geist und Herz. Diese Suche nach Sinn und spiritueller Tiefe ist ein fundamentales Bedürfnis unserer Zielgruppe", sagt Hausendorf. Der Manager glaubt, dass gerade in solch unsicheren Zeiten die Menschen einen Wunsch nach positiver und inspirierender fundierter Unterhaltung verspüren. "Mit Happinez wollen wir ihnen genau das geben und die Leserinnen auf dem Weg zum ganzheitlichen ‚Glücklich sein‘ mitnehmen."

Mit der Einführung von Happinez beweist Bauer viel Mut zur Veränderung. Gerne wird den Hamburgern immer wieder unterstellt, mit vertriebsgetriebenen Trash-Magazinen den Umsatz hoch zu halten. Doch der Neuling geht einen komplett anderen Weg. Passend zum Heftkonzept wagt der Verlag einen kleinen Neuanfang und erfindet sich – mit einem optisch opulenten und überzeugenden Heft, das vor allem durch Haltung und Inhalte lebt – ein kleines bisschen neu. Die Wandlung könnte gelingen. Denn zumindest das holländische Original ist ein richtig gutgemachtes Magazin.

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