SZ-Chef denkt über Consulting nach

Not macht erfinderisch: Der Chef der Süddeutschen Zeitung, Hans Werner Kilz, sucht neue Einnahmequellen. Nach einem Verlust von bis zu sechs Mio. Euro im Jahr 2009 fordert die SZ-Mutter SWMH für 2010 die schwarze Null. Bei einem Besuch am Institut für Medienpolitik in Berlin präsentierte der 66-Jährige eine ungewöhnliche Geschäftsidee: Die Redakteure könnten künftig als Berater ihr Knowhow für Manager und Unternehmen zu Geld machen, indem sie den "Rohstoff" für Vorträge und Expertisen liefern.

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Mit diesem "Service", den auch schon das Wall Street Journal eingeführt habe, könnte ein neuer Geschäfts- und Erlöszweig aufgebaut werden. Carta.info dokumentiert den Auftritt von Kilz als Video. Der Chefredakteur sagte, dass man das "Sachwissen, das 50 Redakteure unterm Hut nach Hause tragen" nutzen müsse.
Carta-Chef Robin Meyer-Lucht schreibt über die Idee: "Das wäre in der Tat ein Treppenwitz – wenn der beraterkrittelnde Qualitätsjournalismus plötzlich selbst eine Beraterzukunft für sich entdecken würde. Vielleicht sind Blogs doch viel näher an den zukünftigen Praktiken des Qualitätsjournalismus dran, als es sich dieser derzeit noch eingestehen möchte. Vielleicht eskaliert das Thema aber auch demnächst nach dem Motto: Journalisten sind keine Berater."
Der Focus berichtet, dass die Süddeutsche Zeitung im vergangenen Jahr fünf bis sechs Mio. Euro Verlust eingefahren habe. Aus diesem Grund plane die Südwestdeutsche Medien Holding eine Kapitalerhöhung um 120 auf 174 Mio. Euro, um Zinsen und Tilgungen aufbringen zu können.

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