WSJ verbündet sich mit Foursquare

Rupert Murdoch gilt als erzkonservativ und wenig online-affin: Wenn es jedoch darum geht, einen Rivalen zu schwächen, hat der Medien-Tycoon keine Hemmungen auch auf die Hilfe von Web-Diensten zurückzugreifen, die er doch ansonsten mit so viel Argwohn betrachtet: Neustes Beispiel: Das Wall Street Journal will im Raum New York das mobile Lokalisierungs-Netzwerk Foursquare als zusätzlichen Vertriebsweg nutzen. Damit rückt das oftmals belächelte Start-up immer stärker in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit.

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Das Experiment hängt offensichtlich mit dem neuen New Yorker Lokalteil des WSJ zusammen, mit dem Rupert Murdoch seit Montag die liberale New York Times in Bedrängnis bringen will. Ob Foursquare-Links dazu einen nennenswerten Beitrag leisten werden, ist aber fraglich – es könnte eher zu Kulturschocks bei den Smartphone-Nutzern kommen. Marshall Kirkpatrick malt sich bei ReadWriteWeb genussvoll aus, wie jemand in ein New Yorker Hotel eincheckt und über Foursquare neben den (erwarteten) freundlichen Ausgeh-Tipps auch einen langen Bericht über die finanziellen Probleme des Besitzers bekommt.

Um solchen Fällen vorzubeugen, hat die Redaktion des WSJ eine nicht eben zeitgemäße Sicherung eingebaut: Die lokale Zuweisung der Inhalte erfolgt nicht etwa automatisch, sondern die Artikel werden handverlesen.

Für Foursquare ist die Zusammenarbeit ein weiterer wichtiger Bekanntheits-Schritt. Bislang wurde das Start-up gerne auch abwertend als "Twitter mit Ortskennung" charakterisiert. Seit dem Yahoo jedoch ein ernsthaftes Interesse an der jungen Web-Company bekundete, steigt auch der Respekt in der Medienbranche vor dem Location Based Service.

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