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Hausdurchsuchung beim iPhone 4G-Enthüller

Die Posse um das verlorene iPhone 4G wird zum Justizthriller: Eine Woche nachdem sich das Technologieblog Gizmodo mit der Enthüllungsstory des Jahres rühmte, bekam Redakteur Jason Chen ungebetenen Besuch – und zwar mit Durchsuchungsbefehl. In Chens Abwesenheit verschaffte sich die Polizei Zutritt zu seiner Wohnung und konfiszierte sechs Computer, das iPad und ein iPhone. Die US-Blogosphäre brodelt: Ist die Polizeit zu weit gegangen?

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Die Posse um das verlorene iPhone 4G wird zum Justizthriller: Eine Woche nachdem sich das Technologieblog Gizmodo mit der Enthüllungsstory des Jahres rühmte, bekam Redakteur Jason Chen ungebetenen Besuch – und zwar mit Durchsuchungsbefehl. In Chens Abwesenheit verschaffte sich die Polizei Zutritt zu seiner Wohnung und konfiszierte sechs Computer, das iPad und ein iPhone. Die US-Blogosphäre brodelt: Ist die Polizeit zu weit gegangen?

"Alles für die Geschichte", war Gawker-Gründer Nick Denton zu geben bereit – diese Geschichte, die von der vermutlich bemerkenswertesten Technologie-Entdeckung Monate vor ihrer Veröffentlichung handelte: Der Enthüllung des iPhone 4G-Prototypen. Denn nichts anderes war es: "Wir sind stolze Praktizierer des Scheckbuchjournalismus", rühmte sich Denton auf noch auf Twitter, um nicht hinter den Berg zu halten, dass ihn der Scoop des Jahres gerade mal 5000 Dollar gekostet habe.

Für Redakteur Jason Chen, der über den Fund des iPhone 4G exklusiv auf dem Gawker-Portal Gizmodo geschrieben hat, wurde die Enthüllungsgeschichte jedoch wenig später zum Bumerang. Als er am vergangenen Freitag nach der vermeintlich größten Woche seines Berufslebens um viertel vor zehn vom Essen mit seiner Frau wieder im kalifornischen Fremont nach Hause  kam, machte der Technologieredakteur eine unliebsame Erfahrung: Seine Garagentür stand halb weit geöffnet.  
 
Michael Arrington: "Der Kauf war ein Fehler"

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Und zwar nicht von Einbrechern, sondern der kalifornischen Polizei. Ausgestattet mit einem Durchsuchungsbefehl konfiszierten die Beamten dabei die Hardware des Gadget-Bloggers – darunter drei MacBooks, zwei Dell- und ein IBM-Notebook. "Ich musste meine Hände hinter den Rücken verschränken und wurde nach Waffen durchsucht", gab Chen im Protokoll zur Hausdurchsuchung an, das dem Technologieportal "Alley Insider" vorliegt.
   
Der Rest ist eine große Erregungswelle in der US-Blogosphäre. Tatsächlich könnte der Kauf des iPhone-4G-Prototyps noch rechtliche Folgen haben – nämlich, wenn Apple Klage erhebt und final geklärt werden kann, ob das verlorene Gerät gestohlen oder nur verloren wurde. Gilt Diebstahl als erwiesener Fall, könnte Chen nach kalifornischem Recht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr drohen. "Der Kauf war ein Fehler", findet dann auch "TechCrunch"-Chefredakteur Michael Arrington.

Aber war die Durchsuchung eines Journalisten, der erst durch zweite Hand an das Gerät kam, auch rechtens?  Gawker Media hält die Hausdurchsuchung wenig überraschend für einen Rechtsbruch und bekommt Unterstützung der Onlinerechte-Organisation Electronic Frontier Foundation, die in einem Statement erklärt, der Zugriff wäre illegal.

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