Zeitungskrieg in New York eröffnet

Ausweitung der Kampfzone: An diesem Montag tritt erstmals der neue Lokalteil des Wall Street Journal gegen die New York Times an. Zum Start gibt das regional ausgebaute Wirtschaftsblatt zum Abo-Kampfpreis von 10 Dollar. Mit seinem aggressiven NYT-Angriff geht es dem erzkonservativen Wall Street Journal-Verleger Rupert Murdoch offenbar nicht nur um Marktstrategien – er möchte dem Blatt der liberalen Ostküsten-Intellektuellen das Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist.

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In der Süddeutschen Zeitung belegt Hans-Jürgen Jakobs den Kampf mit Zahlen, die wie Relikte aus den Goldenen Zeiten des Printjournalismus wirken: Fünf Milliarden Dollar hatte Murdoch 2008 für das "Journal" hingelegt, das sich seither noch stärker vom täglichen Wirtschaftsblatt zur umfasenden Zeitung entwickelt. In New York wurden allein fünf lokale Sportjournalisten engagiert.
Hohe Verluste sind offenbar einkalkuliert und stören Murdoch schon bei der kleineren New York Post nicht. Das Ziel, die unter hohen Schulden und einer komplizierten Besitzerstruktur leidende "Grey Lady" in den Abgrund zu stoßen, rechtfertigt für Murdoch Anfangsinvestitionen von 15 Millionen Dollar und einen Preiskrieg bei den Anzeigen. Ein ungenannter Journal-Journalisten beschreib die Phantasien so: "Die New York Times als brennendes und sinkendes Schiff, von so etwas phantasieren sie in der nacht."

Das WSJ wird in New York zunächst mit zehn täglichen Lokalseiten antreten. Murdochs Prestige-Zeitung hat kürzlich USA Today bei rund 2 Millionen Auflage als größte tageszeitung des Landes abgelöst.

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