Bild-App: Springer beendet Schnupperphase

Fast fünf Monate später als vormals angekündigt und direkt nach der erfolgreich verlaufenden Hauptversammlung der Axel Springer AG macht das Medienhaus endlich ernst und lässt bei seiner Bild-App die Bezahlschranke runter. Nutzer der iPhone-Applikation müssen nun mindestens 1,59 Euro pro Monat zahlen. Das browserbasierte Bild-Mobil-Portal bleibt jedoch weiterhin kostenfrei und gehört schon heute zu den wohl meistbesuchten Mobil-Seiten im deutschen Internet.

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Laut Springer verzeichnete das Portal mobil.bild.de im März fast elf Millionen Visits. Damit steigert die Mobil-Site ihre Zugriffszahlen um 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 169 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für Handy-Surfer ist Bild.de noch immer kostenlos. Für die App-Kunden ist es dagegen nur noch stark eingeschränkt nutzbar. Wer nicht bereit ist ein Abo abschließen, kann auf der Startseite der Applikation zwar noch ein paar News und Anreißer sehen, doch mit dem ersten Klick auf den Mehr-Button erscheint sofort die Aufforderung das Abo zu verlängern. Der Preis liegt bei 1,59 Euro ohne die jeweilige PDF-Ausgabe der Tageszeitung. Inklusive der E-Paper-Version des Boulevard-Blatts, die bereits immer ab 22.00 Uhr des Vortages zur Verfügung steht, kostet das iPhone-Abo 3,99 Euro pro Monat.
Weitere Preisoptionen: Ein Dreimonats-Abo inklusive PDF sollen 9,99 Euro kosten, ein Jahr wird mit 34,99 Euro berechnet. Zum Start gibt es von Springer aber erst einmal Einführungspreise: Drei Monate schlagen mit 7,99 Euro zu Buche und für ein Jahresabo verlangen die Berliner 29,99 Euro.
Nicht nur in der Bild-Chefetage, sondern in der gesamten deutschen Verlagsbranche wird man gespannt auf die Bild-App schauen. Gelingt es Springer die Leser tatsächlich zu zahlenden Kunden zu machen? Der potentielle Käuferstamm jedenfalls ist schon einmal groß genug. Denn bislang wurde die Bild-Applikation von weit über 100.000 Nutzern heruntergeladen.
Ein großer Erfolg wäre es wohl, wenn über 40 Prozent ein Abo abschließen würden. Bei 40.000 Kunden, die 3,99 Euro pro Monate ausgeben und bei 30 Prozent der Einnahmen, die Apple einbehält, blieb für Springer ein Umsatz von 111.720 Euro im Monat. Kein großes Geschäft für den Verlag, aber ein Anfang und ein wichtiges Signal an die ganze Branche. 

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