Naumann geht juristisch gegen European vor

Auf der Homepage des Debatten-Portals TheEuropean.de ist "Linksruck bei Cicero" noch die Nummer eins der meistgelesenen Artikel, doch der Link führt ins Leere: Seit Freitagabend hat European-Gründer und Chefredakteur Alexander Görlach seinen Beitrag offline gestellt. Hintergrund: ein Unterlassungsbegehren des erst seit Februar amtierenden Cicero-Chefs Michael Naumann, der die Kritikpunkte ("Alles Quatsch!") zurückweist und den Hamburger Medienanwalt Michael Nesselhauf eingeschaltet hat.

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In mehreren Punkten fordert der Jurist von Görlach, im Artikel aufgestellte Behauptungen künftig zu unterlassen. Sollte der European-Gründer dies akzeptieren, so wären im Falle der Zuwiderhandlungen empfindliche Geldzahlungen fällig. Görlach, ehemals Online-Ressortleiter bei Cicero, hatte gegen Naumann im Zusammenhang mit dessen Blattmache und Führungsstil schwere Vorwürfe gemacht und das Fazit gezogen: "Cicero ist erledigt."
Auf MEEDIA-Anfrage hatte Naumann die Ausführungen Görlachs am Mittwoch weit von sich gewiesen. "Es ist abgründig und totaler Quatsch, was in dem Artikel steht", sagt Naumann. Görlach verstehe nichts von journalistischen Grundregeln. Er habe ihn vorher nicht kontaktiert, um eine Stellungnahme einzuholen. "Das wirft ein schlechtes Licht auf den Online-Journalismus", so Naumann. Das, was Görlach schreibe, sei gegendarstellungswürdig.
Offenbar dauerte es aber zwei Tage, bis das Schreiben des Hamburger Rechtsbeistands bei dem wertkonservativen Politportal einging. Nun reden erstmal die Anwälte. Ob es dabei um weitergehende Forderungen als Unterlassung gehen wird, ist derzeit offen. Auf der Facebook-Seite des European findet sich folgende Erklärung: "Liebe Freunde von The European, wir haben die Kolumne zu den Entwicklungen zum Magazin Cicero und den Videokommentar vorläufig vom Netz genommen, da im Moment eine juristische Betrachtung dazu stattfindet."

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