ARD hat „zehntausende Dokumente“ gelöscht

Wegen den Änderungen des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrages sah sich die ARD nach eigenen Angaben gezwungen, "zehntausende Dokumente" aus ihren Online-Datenbanken zu löschen. Das gab der ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant Peter Boudgoust anlässlich der Intendantentagung in Leipzig bekannt. Das Internet-Angebot Kikaninchen.de hat dagegen den Drei-Stufen-Test bestanden und darf online gehen.

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Kikaninchen.de richtet sich gezielt an Vorschulkinder. Ebenfalls genehmigt wurde die Online-Mediathek Kika Plus, bei der Sendungen des Kinderkanals nachträglich im Internet angeschaut werden können. Die meisten der gelöschten Online-Angebote mussten wegen der Begrenzung der Verweildauer entfernt werden. TV-Sendungen müssen seit neustem nach sieben Tagen wieder offline gestellt werden, Mitschnitte von Großereignissen schon nach 24 Stunden.

Es mussten aber auch Angebote gelöscht werden, die nach der jüngsten Novelle des Rundfunkstaatsvertrages nicht mehr mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag vereinbar waren. Also etwa Spiele ohne Sendungsbezug und Rezepte. Bei sportschau.de gebe ab Juni nur noch 50 bis 60 Prozent der bisherigen Inhalte. Der NDR hat nach eigenen Angaben über die Hälfte seine Web-Angebotes vom Netz genommen. Boudgoust kritisierte, mit den Löschungen würde den Nutzern ein Mehrwert genommen. Mit Blick auf die Kritik der Verlage und privaten TV-Sender bezüglich einer öffentlich-rechtlichen Expansion im Internet sagte er: "Im Internet gibt es bei uns keine Expansion, sondern das Gegenteil."

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