Ning zieht die Notbremse

Ning, eine noch vor einem Jahr mit 750 Mio. Dollar bewerte Ikone des "Web 2.0", sieht sich zu einem radikalen Kurswechsel gezwungen. Das kalifornische Start-up entlässt 40 Prozent seiner Mitarbeiter und streicht die kostenlose Variante seines Social-Network-Baukastens, mit dem jedermann leicht eine Community starten konnte. Das von Internet-Milliardär Marc Andreessen mitgegründete Ning muss offenbar die Notbremse ziehen, um wirtschaftlicher zu werden.

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Knapp 70 Angestellte verlassen zwangsweise das Unternehmen und folgen damit der langjährigen Chefin Gina Bianchini, die vor einem Monat vom neuen CEO Jason Rosenthal abgelöst wurde. Der hat nun nach einem "nüchternen Blick auf unser Geschäft" festgestellt, dass das populäre, werbefinanzierte Kostenlos-Modell zu wenig zum Umsatz beiträgt.
Ning, das mit insgesamt 120 Millionen Dollar finanziert ist, verhieß seit der Gründung 2004 Community-Freuden für jeden, der zur Gründung Lust hatte – eine modernes soziales Netzwerk war so leicht zu formen wie zu Zeiten der "new economy" eine einzelne Webseite. Der Traffic der zahllosen Ning-Communities wächst tatsächlich recht konstant, die Werbeeinnahmen jedoch nicht.
Marc Andreessen, seit der Netscape-Entwicklung einer der prominentesten Internet-Unternehmer und weiterhin Chairman von Ning, hatte zum Abschied seiner langjährigen Mitstreiterin Bianchini noch versichert,  es werde sich nichts wesentliches ändern. Nun müssen die Ning-Kunden entscheiden, eines der Bezahl-Modelle (ab 25 Dollar aufwärts) zu akzeptieren – oder den Laden zu schließen.

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