Springer gibt Pläne für B.Z. am Abend auf

Die Pressemitteilung besteht nur aus einem einzigen Satz, aber der hat es in sich: "Nach eingehender Prüfung der wirtschaftlichen Grundlagen des Projekts hat Axel Springer entschieden, einen Markttest von B.Z. am Abend derzeit nicht weiter zu verfolgen." Mit anderen Worten: Axel Springer gibt sein erst vor zwei Tagen bekanntgewordenes Projekt einer in Ost-Berlin erscheinenden "B.Z. light" auf und wendet damit einen drohenden Zeitungskrieg mit DuMont (Berliner Zeitung, Berliner Kurier) ab.

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Die B.Z. am Abend hätte ab kommenden Montag zum Dumpingpreis von 40 Cent in den drei dichtbesiedelten Berliner Ost-Bezirken Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf erscheinen sollen. Springer hatte dies als "Markttest" eingestuft und nach Vorbild der Welt kompakt-Strategie neue Käuferkreise erschließen wollen. Bei DuMont, das die im Osten Berlins dominierende Zeitung Berliner Kurier verlegt, war dies als Kampfansage aufgefasst worden. Der Kölner Verlag reagierte und kündigte seinerseits an, ab dem 27. April in allen westlichen Stadtteilen den Express Berlin zu starten – ebenfalls für 40 Cent.
Diese Eskalation zur Preisschlacht auf dem Hauptstadt-Boulevard, bei der sich vermutlich alle Beteiligten eine blutige Nase geholt hätten, ist nun abgewendet.

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