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PR-Zitrone der Woche: der WePad-Nonsens

Ein Interview als Katz-und-Maus-Spiel: Ein Journalist stellt Fragen, der PR-Mitarbeiter der Berliner Agentur Neofonie flüchtet davor und verheddert sich derartig in selbstgestrickten Widersprüchen, dass er am Ende bockig abbricht. Das Zwiegespräch am Rande der WePad-Pressekonferenz am Montag in Berlin ist ein beeindruckendes Dokument, wie Public Relations zur Nonstop Nonsens-Show missraten können. MEEDIA dokumentiert den wirren Auftritt bei der Präsentation zum Mitlesen in voller Länge.

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Ein Bremer Blogger filmte das "Interview" zufällig. Für Medienleute, die das Video nicht gesehen haben, sowie für kommende Jahrgänge von Journalistenschülern protokollieren wir den Dialog zwischen Fragesteller und Neofonie-Mitarbeiter.
Journalist: Können Sie das mal bedienen, das Gerät?
Neofonie-Mitarbeiter: Das ist ein Video.
Ja genau, können Sie das mal bedienen?

Wir haben den Touchscreen deaktiviert.

Warum?

Weil sonst jeder einfach rumspielt.

Aber Sie sind doch jetzt dabei, Sie können das doch jetzt bedienen.

Nee, da müsste ich den Touchscreen aktivieren.

Ja machen Sie doch mal!
Nee, kann ich grad nicht.

Warum nicht?
Weil ich’s net möchte.

Na aber ich meine, wenn es ein Touchpad ist, dann müssen Sie doch mal touchen.

Das funktioniert tadellos, kann ich ihnen versichern.

Dann machen Sie doch mal!

Möchte ich jetzt hier nicht machen. Wir haben es deaktiviert. Ich muss in den Code rein, damit ich es aktivieren kann, das ist der Punkt einfach.
Halten Sie es doch so, dass man es nicht sehen kann.

Warum denn?

Ich möchte sehen, wie Sie das bedienen, das Gerät.

Glauben Sie nicht, dass es toucht?
So lange Sie es mir nicht zeigen, glaube ich es Ihnen nicht. Ich glaub’s erst, wenn Sie es mir zeigen, das ist so im Journalismus. Man glaubt erst das, was man gesehen hat.

Dann sind Sie wahrscheinlich einer der Wenigen, die es nicht glauben, Sorry… Vielleicht hilft es Ihnen, wenn ich Ihnen sage: Also die Software wurde entwickelt. Wir hatten einen kompletten Home-Use-Test mit 150 Nutzern, die diese Geräte extra für uns zu Hause hatten und  das für uns mehrere Wochen getestet haben. Diese Testergebnisse sind in die Entwicklung eingeflossen. Parallel läuft die ganze Zeit weiter ein Test mit der … (unverständlich, die Red.) … Gruppe, die haben diese Geräte getestet. Jetzt noch nicht diese, das ist eines der wenigen, die existieren, das ist heute direkt aus Asien gekommen, das ist also sehr kurzfristig, deshalb ist auch der Akku leer, und ich halte den Stecker die ganze Zeit rein.

Fällt mir schwer zu glauben.

Die Herren, die diese Zitate gegeben haben, hatten das Gerät alle in der Hand. Ein Geschäftsführer von Central Europe würde nicht dieses Zitat geben, wenn er das nicht in der Hand gehabt hätte…
(Aufnahme bricht ab).
Für den 26. April hat Neofonie nun eine Vorführung eines funktionierenden Gerätes angekündigt. Ob daran mehr als nur ein Journalist teilnimmt, ist allerdings unklar – genauso wie die Frage, ob das WePad dann "toucht"…

Hier klicken, um das Video anzuschauen



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