G+J: Ligatus übernimmt Mehrheit an Adyard

Gruner + Jahr investiert in digitale Vermarktung: Die Verlagstochter Ligatus übernimmt rückwirkend zum 1. Januar 2010 die Mehrheit (51 Prozent) an dem Hamburger Performance Dienstleister Adyard. Die drei Adyard-Gründer Philipp Westermeyer, Christian Müller und Tobias Schlottke wechselten erst vor rund einem Jahr von G+J ins Unternehmerlager. Sie bleiben Geschäftsführer und berichten zukünftig direkt an Ligatus-Chef Klaus Ludemann. Für das kommende Jahr ist die vollständige Übernahme geplant.

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Über die Kaufsumme wurde in Absprache mit Ligatus Stillschweigen vereinbart, teilte ein Adyard-Mitarbeiter auf MEEDIA-Anfrage mit. Die Adyard-Gründer sind für den Hamburger Verlag keine Unbekannten: Westermeyer war nach seinem Studium als Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Gruner + Jahr AG sowie als Investment Manager bei der G+J New Media Ventures GmbH tätig. Müller arbeitete als Assistent des Vorstand International sowie als Director Business & Strategy im Bereich G+J International. Schlottke verantwortete von 2008 bis 2009 als technischer Projektleiter die Umsetzung verschiedener Projekte bei Gruner + Jahr, darunter unter anderem den Relaunch von Stern.de.
Adyard bezeichnet sich selbst als Netzwerk für performance-orientierte Online-Werbekampagnen. Gegründet wurde das Unternehmen 2009 mit der Spezialisierung auf die Auslieferung von Affiliate Marketing-Kampagnen. Bei diesem Abrechnungsmodell wird gemessen, ob innerhalb eines definierten Zeitraumes nach Einblendung eines Werbemittels eine Transaktion stattgefunden hat, die dann entsprechend provisioniert wird. Zum Adyard Premium Netzwerk gehören die Publisher G+J Electronic Media Sales, Heise, OnVista Media und Spiegel QC. Adyard bezieht über das Affiliate-Netzwerk Kampagnen unter anderem von Karstadt, Neckermann, Nike und Telekom. Nach Unternehmensangaben existieren direkte Kunden- und Agenturbeziehungen zu über 60 Unternehmen. 
Von der Integration verspricht sich das siebenköpfige Unternehmen "einen nachhaltigen Wachstumsimpuls" für sein Geschäftsmodell. Insbesondere werde man bei der Erschließung neuer Reichweiten eng mit Ligatus kooperieren: "Auch bei der Internationalisierung sehen wir hohe Synergien, da wir hier auf die bereits etablierten Vermarktungsstrukturen von Ligatus in Europa aufsetzen können", teilten die Adyard-Gründer mit.
Auch Ligatus-Chef Ludemann begrüßte die Übernahme: "Adyard passt aufgrund seiner Fokussierung auf Premium-Werbekunden und -Reichweiten sehr gut zu Ligatus. Gemeinsam können wir Publishern und Werbetreibenden zukünftig noch mehr Services aus einer Hand anbieten als bisher." Nach dem Vorbild der im vergangenen Jahr erfolgreich durchgeführten Internationalisierung des Ligatus Geschäftsmodells plane man eine Ausweitung der Adyard Technologie in den europäischen Markt. Diese Expansion werde in enger Kooperation mit den bestehenden Ligatus Dependancen in Wien, Paris und Amsterdam erfolgen.

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