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Schon wieder was Nettes über Nido

Nido-Macher Timm Klotzek (l.), Michael Ebert Schon wieder was Nettes zu Nido: Ich habe bereits die zweite Ausgabe des Eltern-Heftes der Neon-Macher hier ausführlich gelobt. Jetzt ist die dritte erschienen und das Heft wechselt auf eine monatliche Erscheinungsweise. Und wieder habe ich mich festgelesen. Nido ist wirklich gut gemacht und so viel frischer, als das meiste, was […]

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Nido-Macher Timm Klotzek (l.), Michael Ebert
Schon wieder was Nettes zu Nido: Ich habe bereits die zweite Ausgabe des Eltern-Heftes der Neon-Macher hier ausführlich gelobt. Jetzt ist die dritte erschienen und das Heft wechselt auf eine monatliche Erscheinungsweise. Und wieder habe ich mich festgelesen. Nido ist wirklich gut gemacht und so viel frischer, als das meiste, was sonst so an neuen Print-Projekten durch die Gegend geistert. Auch viel besser übrigens als alle anderen Neu-Projekte aus dem Nido-Verlag Gruner + Jahr (Gala Men, Business Punk, Beef).
Das Heft ist einfach, blödes Wort aber es trifft, unique. Es hat einen eigenen Stil, eine spürbare Haltung, die über das Abfotografieren von Lifestyle-Ramsch und Zurechtzimmern von Pseudo-Zielgruppen hinausgeht. Das Heft bildet die Lebenswirklichkeit junger Eltern (soweit ich das beurteilen kann) authentisch ab und genau das ist es, was Print leisten sollte. Das spürt man zum Beispiel an der sensiblen Art wie  das Interview mit einem Ehepaar geführt wurde, das gerade ein Kind aus Haiti adoptiert hat. Oder an den Themen Finanzen in der Partnerschaft, das hier endlich mal nicht auf Focus-Money-Niveau behandelt wird. Oder dem wirklich guten Interview mit Tomi Ungerer. Dazu kommen viele kleine aber gute Ideen, wie die Umfrage, worüber sich ausländische Eltern wundern, die ihre Kinder in Deutschland großziehen.

Ist wirklich alles so supertoll an Nido? Natürlich nicht! Es gibt auch Schwachstellen. Auch Nido kommt nicht drumherum, im hinteren Teil irgendwelche Produkte abzufotografieren. Damit es nicht ganz so billig wirkt, werden die Produkte so fotografisch in Szene gesetzt, dass man sie kaum noch erkennt, während sie aus Handtaschen rausstürzen. Oder es gibt eine überflüssige Strecke mit aberwitzigen Produkten mit exotischen Aufdrucken. Da wird dann eine doppelte Fahrradtasche von Basil für 62,95 Euro angepriesen. Was soll das? Wollen Anzeigenkunden wirklich diesen Quatsch in so einem Heft sehen? Warum nimmt ein Magazin Produkte nicht mal ernst und schreibt lang und breit und mit Liebe zum Detail darüber? Das ist so eine ungeklärte Frage des Zeitschriftenwesens.

Aber egal, man kann die Produktseiten ja überblättern. Alles in allem überwiegt das Erfreuliche bei diesem Heft doch deutlich. Vor allem hat sich nach drei Nummern gezeigt, dass meine Anfangsbefürchtung, den Machern würden die Themen ausgehen, sich offenbar nicht bestätigt. Bin gespannt, wie sich Nido in der monatlichen Erscheinungsweise schlägt. Diesem Magazin ist der Erfolg jedenfalls aus voller Überzeugung zu wünschen.

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