Michael Jürgs über seinen Spiegel-Job

Ab Mai soll der ehemalige Stern- und Tempo-Chefredakteur und Bestsellerautor Michael Jürgs für die Spiegel-Gruppe neue Print- und Internet-Projekte entwickeln. Laut Hamburger Abendblatt regte sich in der Redaktion massive Kritik an dem Engagement. In einer Konferenz soll Wirtschafts-Ressortleiter Armin Mahler gesagt haben, er hätte die Personalie zunächst für eine Aprilscherz gehalten. Außerdem sei die Webkompetenz von Jürgs angezweifelt worden. MEEDIA sprach mit Michael Jürgs über die Kritik.

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Was das Hamburger Abendblatt über eine Spiegel-Ressortleiterkonferenz der vergangenen Woche berichtet, ist harsche Kritik an dem profilierten Journalisten und Bestseller-Autor Michael Jürgs. Abendblatt-Medienautor Kai-Hinrich Renner schreibt, es gebe Zweifel an der Internet-Kompetenz von Jürgs. Spiegel-Wirtschafts-Ressortleiter Armin Mahler wird von Renner mit den Worten zitiert: "Ich habe das zuerst für einen Aprilscherz gehalten."

Jürgs selbst sieht das gelassen. "Ich kann verstehen, dass es Kritik aus den Reihen der Spiegel-Redaktion gegeben hat. Es ist eben eine lebendige Redaktion, die sich nicht alle und alles einfach vor die Nase setzen lässt. Ich sehe das also gelassen", sagte er gegenüber MEEDIA. Und was seine angeblich fehlende Internet-Kompetenz betrifft: "Bei der Internet-Kompetenz geht es ja nicht um technisches Know-How. Ich habe auch Bücher geschrieben und bin deshalb doch kein Buchdrucker. Bei Print und Online geht es zwar um verschiedene Formen des Journalismus, aber bei beiden sind Inhalt und Substanz wesentlich."

Jürgs sagt, dass er von den Spiegel-Chefredakteuren Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo geholt worden sei. Die Berufung sei dann auch mit Geschäftsführer Ove Saffe abgestimmt gewesen. In der Spiegel-Redaktion soll es Irritationen gegeben haben, weil Jürgs bereits bei dem neuen Magazin-Projekt von Ex-Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust mitgearbeitet hat. Aust entwickelt für die WAZ-Gruppe in Hamburg ein aktuelles Magazin. Er habe "aus alter Verbundenheit" drei Geschichten für das Entwicklungsprojekt von Aust geschrieben, so Jürgs gegenüber MEEDIA. Er habe sonst keine Verbindungen zu dem Projekt und auch die Redaktion noch nie betreten. Wenn er ab Mai dann für den Spiegel tätig ist, gebe es natürlich "gewisse Schranken", die er nicht überschreite.

Eine feste Position, ein Büro oder einen Eintrag im Spiegel-Impressum werde er nicht haben, so Jürgs. "Es ist außerdem ein deutliches Zeichen eigener Stärke, zeugt von Selbstbewusstsein, wenn der Spiegel-Verlag in diesen Zeiten, wo andere Verlage von Betriebswirten regiert werden und Massen-Entlassungen für fortschrittliches Management halten, bei guten Ideen möglicherweise in Neues investiert ", so Jürgs. Man darf gespannt sein ob und welche Früchte die ungewöhnliche Zusammenarbeit tragen wird.

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