ddp will ins Fernseh-Geschäft

Wie die FTD meldet, hat die Nachrichtenagentur ddp mit der ddp TV AG eine neue Tochtergesellschaft gegründet. Vorstandschef der neuen Firma ist der ehemalige N24-Chef Ulrich Ende. Die ddp TV AG soll Beteiligungen an Fernsehunternehmen kaufen. Nun wird darüber spekuliert, dass ddp an dem zum Verkauf stehenden Nachrichtensender N24 der ProSiebenSat.1 Media AG interessiert ist. Interesse an N24 hat offenbar auch der russische Investor Dimitri Lesnewski, dem bereits Das Vierte gehört.

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Seit ddp von Manfred Vorderwülbecke und Peter Löw Anfang 2009 von dem Finanzinvestor Arques übernommen wurden, befindet sich die Agentur auf Expansionskurs. Ende 2009 übernahm ddp das Deutschland-Geschäft der us-amerikanischen Agentur AP und wurde damit als Konkurrent zu einer ernsten Bedrohung für die dpa. Die dpa reichte prompt beim Kartellamt eine Beschwerde gegen den Zusammenschluss von ddp und AP Deutschland ein. Derzeit wird die Fusion von der Wettbewerbsbehörde geprüft.

Die ProSiebenSat.1 Media AG würde ihren defizitären Nachrichtensender N24 gerne loswerden. Zunächst galten der aktuelle N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann im Verbund mit dem ehemaligen Spiegel-Chef Stefan Aust als mögliche Käufer. ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling hatte aber auch einen Verbleib des Senders in der Gruppe mit anschließender Neupositionierung als Möglichkeit offen gelassen.

Nun gibt es offenbar eine ganze Reihe von Kaufinteressenten. Neben dem Duo Rossmann/Aust und ddp wird dem russischen Investor Dimitri Lesnewski nachgesagt, N24 kaufen zu wollen. Lesneswki ist auf dem deutschen TV-Markt bereits mit dem Free-TV-Sender Das Vierte präsent. Lesnewski hat als Trumpf den Privatfunk-Lobbyisten Jürgen Doetz mit im Boot. Doetz ist Präsident des Verbandes privater Rundfunk- und Telekommunikationsanbieter (VPRT) und ehemaliger Vorstand von ProSieben. Im Falle eines Zuschlags für den Russen soll Doetz laut Süddeutscher Zeitung eine führende Rolle bei dem Nachrichtenkanal übernehmen. Pikant: Doetz ist derzeit in beratender Funktion auch für ProSiebenSat.1 unterwegs. Er berät also beide: Verkäufe rund den potenziellen Käufer.

Aber noch ist das Spiel nicht zu Ende und nicht klar, wer den Zuschlag erhält und ob N24 überhaupt verkauft wird. Weitere Kaufinteressenten, die regelmäßig genannt werden, sind der US-Sender CNBC und der unvermeidliche Rupert Murdoch.

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