Sensa: Paninis öder Öko-Trip für Frauen

Klebebildchen waren gestern - jetzt will sich der Panini-Verlag im Segment der Frauenmagazine behaupten. Mit dem deutschen Ableger der kroatischen Zeitschrift Sensa startet das Medienhaus den Versuch, frauenaffine Themen wie Schönheit, Gesundheit und Psychologie mit dem Aspekt Nachhaltigkeit zu verbinden. Das Konzept geht in der ersten Ausgabe zwar auf, doch die Inhalte über die Suche nach dem eigenen Ich und die Geschichte über die eigene Körperliebe bieten nichts anderes als gähnende Langeweile.

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Sensa richtet sich an Frauen zwischen 29 bis 49 Jahre und ist nach Angaben des Verlags "ein Magazin, das Hoffnung schenkt, Ruhe und Entspannung vermittelt, Tipps in allen Lebenssituationen bietet und das Dasein immer positiv betrachtet". Zum Konzept des Frauenmagazins gehören die Rubriken "Einfach schön", "Glücklich leben" und "Im Gleichgewicht" sowie "Alle Sinne".
Die erste Ausgabe, die am 13. April erscheint, setzt auch genau dort an: Die Titelgeschichte, das so genannte Sensa Special, handelt von der Suche nach dem Ich. Dabei geht es um das Wohlfühlen im eigenen Körper, das Selbstbewusstsein und die Rolle in der Partnerschaft. Das Special ist 16 Seiten stark, ist nett bebildert und hält viel Text bereit. Was jedoch irritiert, ist, dass die Texte teilweise aus der Wir-Perspektive geschrieben sind oder die Leserin direkt ansprechen. Eine Autorenzeile fehlt jedoch.
Ungewolltes Highlight ist die Geschichte "Ich liebe meinen Körper". Sieben Frauen erzählen, "wie sie die schönen Seiten an sich entdeckt haben", bebildert mit schwarz-weiß Fotografien nackter Frauenkörper. Ungewöhnlich auch der Aufruf, dass man für die kommenden Ausgaben jeweils eine Leserin sucht, die sich ablichten lässt: "Trauen Sie sich und machen Sie damit auch anderen Frauen Mut". Der abgelichteten Leserin winken als Belohnung unter anderem ein kostenloses Sensa-Jahresabo und Abzüge ihrer Fotografien.
Wenn man bedenkt, dass Sensa von jeder verkauften Ausgabe einen Beitrag an den WWF spendet und zudem auf 100 Prozent umweltfreundlichem Papier gedruckt wird, so kann man der Sache sicherlich etwas Gutes abgewinnen. Als Vorgeschmack für eine Therapiesitzung oder beim Warten auf die nächste Fußreflexzonen-Massage ist die Zeitschrift sicherlich das Richtige, aber nichts für einen entspannten Nachmittag im Schaukelstuhl in den heimeligen vier Wänden – außer, man braucht etwas zum Einschlafen.
Sensa kommt am Dienstag mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren in den Handel und erscheint zweimonatlich. Der Copypreis liegt bei 4,20 Euro.

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