„Let’s dance“: Hartwich ist kein Kerkeling

Nach fast drei Jahren startete am Freitagabend eine neue Staffel der RTL-Tanzshow "Let's dance". Und wenn eines deutlich wurde, dann wie viel Ex-Moderator Hape Kerkeling der Show gegeben hatte. Ohne ihn war die Premiere der neuen Folgen zwar kein Reinfall, doch den Unterhaltungsfaktor Kerkelings konnte Nachfolger Daniel Hartwich beim besten Willen nicht ersetzen. Ausgeschieden ist in der ersten Ausgabe Ex-"Germany's next Topmodel"-Juror Rolfe Scheider.

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Der Z-Promi setzte sich knapp gegen den Boxer Arthur Abraham durch, der bei seinem Tanz das Motto "Let’s dance" mit "Let’s stand" verwechselt hatte und nur in der Gegend herumstand, während seine Partnerin tanzte. Von der Jury bekam er die mit Abstand wenigsten Punkte, das Publikum wählte ihn dennoch in die nächste Runde. Apropos Jury: Die besteht in der dritten "Let’s dance"-Staffel aus Enfant terrible Joachim Llambi, Tänzerin Isabel Edvardsson, Sänger Peter Kraus und Modedesigner Harald "Glööckler". Vor allem Llambi sorgte für eine gewisse Seriosität bei seinen Bewertungen, vergab nie mehr als 5 Punkte für die natürlich fast ausschließlich unprofessionellen Tanzdarbietungen. Einzig bei Soapstar Raul Richter ließ sich Llambi zum beinahe schon sensationellen Kommentar hinreißen, das sei "mit Abstand schon deutlich toll" gewesen.

Seine Sache recht gut machte auch Peter Kraus, der ab und zu sogar mit bissigen Kommentaren überraschte. So sagte er zu Ex-B-Movie-Sternchen Brigitte Nielsen: "Ich hatte das Gefühl, dass Sie sich in Ihrem neuen Körper sehr wohlgefühlt haben". Der auf mehreren Ebenen Angst einflößende Harald Glööckler war bei seinen Jury-Statements immerhin nicht ganz so trashig wie befürchtet und Isabel Edvardsson fand ungefähr jeden anderthalbten Kandidaten "so sexy".

Den Machern der Show merkte man definitiv an, dass sie so wenig wie möglich am Konzept der Show ändern wollten. So übernahm Hartwich sogar Kerkelings Rolle beim gegenseitigen Sticheln mit Joachim Llambi – auch das im Übrigen weniger unterhaltsam als Kerkeling seinerzeit. Zu gute halten muss man Hartwich allerdings, dass natürlich niemand Hape Kerkeling wirklich ersetzen kann und letztlich machte er seine Sache auch halbwegs ordentlich und sicher besser als Moderationsmaschinen wie Oliver Geissen. Peinliche Momente gab es in der Staffel-Premiere nur wenige, einzig Brigitte Nielsens Tanzpartner sorgte im Einspielfilm für einen gewissen Fremdschämfaktor, als er beim Anblick von Nielsen vollkommen ausflippte. Die Boulevardpresse wird sich hingegen wohl auf den Auftritt von Sylvie van der Vaart stürzen: Zum ersten Mal trat sie ohne Perücke live im Fernsehen auf.

Zwischendurch war sogar Hape Kerkleing dabei – wenn auch nur als Werbefigur für Ahoj Brause in einem der Werbebreaks. Insgesamt verspricht auch die dritte "Let’s dance"-Staffel harmlose Unterhaltung ohne zu viel Trash – und das ist angesichts anderer RTL-Shows wie "DSDS" ja durchaus lobenswert.

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