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iPhone OS 4.0: Neue Spitzen gegen Google

Nächste Runde im Infight um die Vorherrschaft im mobilen Internet: Apple hat beim Ausblick auf die nächste Generation seines Betriebssystems iPhone OS 4.0 neue Features vorgestellt, die den Druck auf die Konkurrenz erhöhen dürften. Darunter sind u.a. die langerwartete Multitasking-Funktion und der vom iPad schon bekannte iBooks Store. Wichtigste Neuvorstellung ist die Einführung der Werbeplattform iAd, mit der Apple Google frontal angreift. Steve Jobs teilt unterdessen Spitzen gegen den Internetriesen aus.

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Nächste Runde im Infight um die Vorherrschaft im mobilen Internet: Apple hat beim Ausblick auf die nächste Generation seines Betriebssystems iPhone OS 4.0 neue Features vorgestellt, die den Druck auf die Konkurrenz erhöhen dürften. Darunter sind u.a. die lang erwartete Multitasking-Funktion und der vom iPad schon bekannte iBooks Store. Wichtigste Neuvorstellung ist die Einführung der Werbeplattform iAd, mit der Apple Google frontal angreift. Steve Jobs teilt unterdessen Spitzen gegen den Internetriesen aus.   

Vorhang auf für die nächste Generation von Apples mobilem Betriebssystem: Wie angekündigt hat der Computerpionier eine Vorschau auf iPhone OS 4.0 gewährt, die im Wesentlichen den Erwartungen entsprach. Apple-CEO-Steve Jobs fasst die wichtigsten Updates wie folgt zusammen: "Wir werden über 100 neue Funktionen, unter anderem Multitasking, Ordner, einen vereinheitlichten Posteingang, bessere Unterstützung für den Unternehmenseinsatz und eine Version unseres iBooks Reader und Online-Buchladen für das iPhone zur Verfügung stellen."

Vor allem die fehlende Multitasking-Funktion, als die Möglichkeit, gleichzeitig mehrere Applikationen ausführen zu können, war in der Vergangenheit immer wieder als Schwachstelle kritisiert worden.  Mit der im Sommer erscheinenden nächsten iPhone-OS-Generation behebt Apple den Missstand und bietet dem Anwender damit eine Möglichkeit, schneller zwischen Apps hin- und her zu wechseln bzw. etwa parallel zu einem Skype-Chat Musik zu erkennen, die gerade in einem Café läuft.
Skype potenzieller Profiteur des iPhone OS-Updates – iPhone wird zum E-Reader

Überhaupt gilt Skype als  großer Profiteur des Updates: Der Internet-Telefonie-Anbieter kann nun im Hintergrund konstant geöffnet bleiben – und wird damit auf dem iPhone viel präsenter. Bisher muss die Skype-App extra gestartet und entsprechend wieder geschlossen werden, um andere Funktionen des iPhones nutzen zu können. Nun bleibt der Nutzer bei angeschaltetem iPhone für seine Kontakte erreichbar.

Zweite große Verbesserung für Besitzer des iPhone 3 GS oder iPod touch: Die gerade erst beim iPad eingeführte virtuelle Buchhandlung iBooks wird in der nächsten Generation von iPhone OS ebenfalls verfügbar sein – Kunden können das iPhone künftig also auch als eReader verwenden.

Ebenfalls verbessert wird das Management der ausufernden Applikations-Angebote: 185.000 verschiedene Apps gibt es inzwischen – keine Frage, dass man da schon mal den Überblick verlieren kann. Nach 10 Seiten mit Applikationen ist das iPhone-Display nämlich voll. Dieser Mangel wird durch die Einführung von Ordnern behoben, unter denen man die Apps künftig per Drag-and-Drop ablegen kann.

iAd: "Die Emotion von TV-Werbung wird mit der Interaktivität von Online-Werbeanzeigen kombiniert"
So weit, so "wenig  revolutionär", findet etwa das Technologieportal "Alley Insider" in einer ersten Einschätzung der Neuerungen von Apples neuem Betriebssystem, das als Vorbote der nächsten iPhone-Generation gilt, die im Sommer erwartet wird. Der eigentliche Höhepunkt der rund einstündigen Präsentation fand indes nicht auf dem iPhone statt, dürfte aber für das Apple-Smartphone von höchster Bedeutung sein.

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Wie erwartet kündigte das zweitwertvollste Technologie-Unternehmen der Welt nämlich die Einführung einer eigenen mobilen Werbeplattform an, die – nach Eigendarstellung – "die Emotion von TV-Werbung mit der Interaktivität von Online-Werbeanzeigen kombiniert". Worauf sie abzielt, ist klar: Auf den boomenden Applikations-Markt, den Apple erst mit seinem App-Store begründet hat und bei dessen Vermarktung Schlagwort-bezogene Suchmaschinen wie Google außen vor bleiben. 

iAd: Apples emotionaler Angriff auf Google

Im Klartext bedeutet dies, dass Nutzer künftig nicht mehr bei App-Werbung ihre Anwendung verlassen müssen und auf eine Webseite weitergeleitet werden, sondern, dass Vollbild-Videos und interaktive Inhalte direkt in der Applikation abgespielt werden, ohne dabei die Anwendung zu verlassen.

"Die meiste mobile Online-Werbung ist nicht da, wo sie im Desktop-Bereich ist oder sie sein könnte", konnte sich Apple-CEO Steve Jobs eine Spitze gegen den Marktführer in der Online-Werbung, Google, nicht verkneifen. Vor allem die Qualität der Online-Werbeanzeigen sei immer noch eine Enttäuschung, erklärte Steve Jobs: "Wir kennen alle die interaktive Werbung im Web. Sie ist interaktiv, aber es fehlt ihr die Emotion."
Venture Capitalist Eric Litman: "iAd ist fantastisch"
Mit iPhone OS 4.0 können Entwickler nun die neue Funktionalität von iAd in ihre App integrieren und Anzeigen dynamisch und drahtlos auf das Gerät übertragen. Natürlich verdient Apple daran: Der iPhone-Hersteller wird die Anzeigen bereitstellen und verkaufen – und dafür 40 Prozent der über iAd erzielten Umsätze kassieren.

Der amerikanische Venture Capitalist Eric Litman nannte Apples neue mobile Werbeplattform, die maßgeblich aus der Übernahme des Online-Spezialisten Quattro im Januar entstanden ist, in einer ersten Einschätzung "fantastisch". Aktionäre zeigten sich unterdessen weniger begeistert und strichen nach dem zuletzt starken Lauf der Apple-Aktie moderat Gewinne ein – das Papier schließt mit einem marginalen Minus von 50 Cent oder 0,3 Prozent bei 240 Dollar.

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