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Familien-Blatt für Generation Umhängetasche

Kein One Shot, kein Test-Heft, sondern endlich wieder ein echtes neues Monatsmagazin. Ab 9. April geht G+Js Neon-Spin-off Nido in Serie. "Bislang gab es das nicht: eine Familienzeitschrift, die sich um die vielfältigen Interessen moderner Eltern kümmert", heißt es im Editorial. Nicht nur das Layout erinnert an den Stern der 70er Jahre, auch thematisch setzt das Heft auf das damalige Wundertüten-Konzept mit vielen überraschenden Ideen. Ein ambitioniertes Versprechen, das aber nicht durchgehend eingelöst wird.

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Im Editorial erklärt das Magazin sein Konzept und preist den eigenen Content gleich mit an: "Nido vereint Inhalte, für die man bisher verschiedene Zeitschriften las – Themen mit gesellschaftspolitischer Relevanz ("Warum funktioniert ausgerechnet bei Krippenplätzen das Prinzip von Angebot und Nachfrage so schlecht?), Paarpsychologie ("Ist das dein Geld, mein Geld oder unser Geld?"), anspruchsvolle Interviews (diesmal mit dem krebskranken Tomi Ungerer), Wirtschaftsreportagen mit hohem Nutzwert, Mode für Kinder und Erwachsene, Reisetipps, wichtige Kulturthemen."

Topstory der ersten Serien-Ausgabe ist die Frage: "Bin ich eine gute Mutter? Wie moderne Frauen ihre Selbstzweifel pflegen und bekämpfen." In der Titelgeschichte selbst stellt man sich allerdings schnell die Frage, warum so viele der abgebildeten Mütter nackt sein müssen? Besonders gelungen sind die kleinen Stücke, wie eine Umfrage zum Wurstbrot oder die Kolumne von Michael Pantelouris, die sich mit der Frage beschäftigt: "Warum singen wir mit unseren Kindern nur abgehangene Kinderklassiker?"

Das Heft-Cover zeigt eine sympathische Familie – Vater, Mutter, Kind –, die allerdings in keinen Zusammenhang mit einer der angeteaserten Geschichten zu stehen scheinen.

Entwickelt wurde Nido von den beiden Neon-Chefredakteuren Timm Klotzek und Michael Ebert.

Hinter der Maske einer stylischen Neon-Kopie verbirgt sich in Wahrheit ein klassisches Ratgeber-Heft, das – ähnliche wie Kinder – unzählige Frage stellt und – wie perfekte Eltern – gleich alle passende Antworten kennt. Das Magazin will Vätern und Müttern helfen. Ein Ansatz, den man den Machern tatsächlich abnimmt.

Denn die große Meisterschaft von Klotzeks und Eberts-Nido liegt in der Fähigkeit, den lesenden Eltern das Gefühl zu vermitteln man verstehe sie. Wie Neon, folgt auch das neue Familien-Blatt der Erfolgsformel, dass es keine Distanz zwischen Redaktion und Lesern zu geben scheint. Motto: "Unser Leben ist nicht perfekt, aber richtig fotografiert und aufgeschrieben, ist es weit besser, als das der uncoolen anderen."

Bester Beweis für Kunst der Macher aus schnöden Lesern Freunde und Gleichgesinnte zu machen, ist der letzte Satz des Editorials: "Nido ist für Eltern gemacht, die vielleicht nicht jede Nacht durchschlafen, aber noch Träume haben."

Gruner + Jahrs Nido erscheint in einer Auflage von 150.000 Exemplaren. Das Magazin ist diesmal 156 Seiten dick und kostet 3,90 Euro.

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