Schock-Video enthüllt US-Morde im Irak

Während international über die tatsächliche Lage in den Regionen mit "kriegsähnlichen Zuständen" debattiert wird, führt ein bislang geheim gehaltenes Video über einen US-Militärschlag im Irak der Welt vor Augen, wie schmutzig die Einsätze sein können. Dass das Video bekannt wurde, ist der Whistleblower-Plattform Wikileaks zu verdanken. Zu sehen ist, wie Soldaten aus einem Hubschrauber das Feuer auf Menschen eröffnen. Bei dem Beschuss sollen auch zwei Mitarbeiter der Agentur Reuters getötet worden sein.

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Wikileaks stellte das Filmdokument vom 12. Juli 2007 am Montag online. Nach einem Bericht der New York Times hat ein US-Offizier die Echtheit des Schwarzweiß-Videos bestätigt. Wikileaks hat aus der 38-minütigen Originalfassung eine kürzere Version (17 Minuten) produziert.
Auf dem Video ist zu sehen, wie aus Hubschrauber-Perspektive eine Menschengruppe umkreist wird, darunter auch die zwei Reuters-Mitarbeiter. Dabei handelt es sich um den Fotografen Namir Noor-Eldeen und seinen Fahrer Saeed Chmagh. Die Gruppe geht unbekümmert eine Straße entlag und lässt sich sichtlich auch nicht von dem Hubschrauber beeindrucken. Im Interview mit Al Jazeera sagt Wikileaks-Herausgeber Julien Assanger, dass die Soldaten hinter der Fotokamera von Noor-Eldeen offenbar eine Waffe vermuteten.
Im Off sind die Soldaten zu hören, die die Gruppe als bewaffnete Aufständische identifizieren und die Erlaubnis zum Feuern einholen. Ohne Vorwarnung schießen sie auf die Gruppe und kommentieren ihre Tat mit: "Haha, ich hab ihn erwischt. Schau auf diese toten Bastarde." Die Reaktion des Kollegen: "Nett". 
Laut Sueddeutsche.de soll die Nachrichtenagentur Reuters damals eine genaue Untersuchung der Vorfälle und eine Herausgabe des Videos gefordert haben, was aber abgelehnt wurde.
Wikileaks ist eine Plattform, auf der Dokumente anonym veröffentlicht werden können. Nach Angaben der Portal-Betreiber werden die Dokumente von Journalisten vor der Veröffentlichung auf ihre Authentizität hin überprüft. Wikileaks fand vor allem in der so genannten Kundus-Affäre Beachtung in der deutschen Öffentlichkeit. Damals wurde der geheime Feldjäger-Bericht, der den Bombenangriff auf zwei Tanklastzüge dokumentierte, exklusiv publiziert.

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