Alle Fakten zum iPad-Start

Am Osterwochenende war es in den USA soweit: Apples iPad kam in den Handel. Riesige Schlangen vor den Apple-Stores, zeltende Fans, überglückliche Gesichter und die erste Erfolgsmeldung: 300.000 verkaufte iPads in den ersten beiden Tagen. Genug Zeit für die amerikanische Gadget-Welt, das iPad auf Herz und Nieren zu testen. Was taugt das Display? Wie gut lässt sich damit kabellos surfen und spielen? Hält der Akku, was Apple verspricht? Funktioniert das iPad als eReader und Office-Maschine? Das sind die Fakten.

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Am Osterwochenende war es in den USA soweit: Apples iPad kam in den Handel. Riesige Schlangen vor den Apple-Stores, zeltende Fans, überglückliche Gesichter und die erste Erfolgsmeldung: 300.000 verkaufte iPads in den ersten beiden Tagen. Genug Zeit für die amerikanische Gadget-Welt, das iPad auf Herz und Nieren zu testen. Was taugt das Display? Wie gut lässt sich damit kabellos surfen und spielen? Hält der Akku, was Apple verspricht? Funktioniert das iPad als eReader und Office-Maschine? Das sind die Fakten.


Das Display: Der US-Gadget-Blog Gizmodo verglich das 9,7-Zoll-Display mit einem Macbook, einem iPhone und einem Dell-Notebook. Das Ergebnis kann sich für Apples Tablet sehen lassen. Das Schwarz war das dunkelste im Test, das Weiß extrem hell. Nur der Dell strahlte noch stärker, allerdings verfügte das iPad in der höchsten Helligkeitsstufe über die größte Farbtreue. Am lebendigsten waren die Farben bei maximaler Helligkeit. Aber wie gut schneidet es im Freien ab? Das Ergebnis der Tester: Spaß macht die Benutzung unter freiem Himmel nicht, das Display sei bei direkter Sonneneinstrahlung aber weitaus besser lesbar als das des iPhones.

W-Lan: Die erste Version des iPad verfügt noch nicht über UMTS (in den USA 3G genannt). Umso wichtiger ist die Leistung der integrierten WLan-Antenne. Anscheinend lässt diese noch zu wünschen übrig. In ersten, rein unwissenschaftlichen, Tests verlor das iPad schneller das W-Lan-Signal als das iPhone oder ein Macbook. Gleichzeitig erkannte es auch weniger Access-Points als ein Macbook.

Der Akku: Die größte Schwachstelle der iGeräte. Langzeittests waren innerhalb der kurzen Zeit natürlich nicht möglich. Dennoch lässt allein die Größe darauf schließen, dass den iPads nicht so schnell der Saft ausgehen dürfte. Der Akku ist fünfmal so stark wie der des iPhones und zweimal so groß. Davon ausgehend dürfte Apple mehr Leistung in weniger Akkugröße umgesetzt haben. Das dürfte darauf schließen lassen, dass auch die nächsten iPhones deutlich länger ohne Nachladen auskommen werden.

Kino in der Herrenhandtasche: Für die Hosentasche ist das iPad doch zu üppig. Doch als mobiles Filmvergnügen wird sich in näherer Zukunft kaum ein besseres Gadget finden lassen. Die Pixeldichte und die gute Farbtreue lassen kaum Wünsche offen. Über iTunes werden Filme gekauft oder (falls umgewandelt) direkt vom Rechner übertragen. Full-HD-Streifen mit 1080p-Auflösung spielt das iPad allerdings nicht ab. Sie müssen dann über Umwege heruntergerechnet werden. 720p gibt das iPad problemlos wieder. Über eine Air-Video-App können Sie außerdem Filme per Wlan vom Rechner streamen. Dieses Programm gibt es bereits für iPod Touch und die iPhone-Familie, die Aufnahme in den iPad-Appstore ist also nur eine Frage der Zeit. Dass das Tablet auch YouTube-Videos unterstützt, ist natürlich klar. Wer wissen möchte, in welcher Auflösung und in welchen Formaten er seine heimische Filmsammlung auf das iPad bringt, sollte sich diese Zusammenfassung von Gizmodo-Autor Joel durchlesen.

eReader-Qualitäten: Beim iBook-Store, auf den wir in Deutschland noch einige Zeit werden warten dürfen, scheint Apple vieles richtig, aber auch einiges falsch gemacht zu haben. Die guten Nachrichten zuerst: Ist ein Buch einmal in Ihrem Besitz, können Sie es mühelos nach Schlüsselwörtern durchsuchen. Die Helligkeit lässt sich frei justieren. Jedes Wort wird bei Markierung mittels integriertem Wörterbuch erläutert. Die Nachteile: Die Startseite des iBook-Store ist mehr werblich als userfreundlich gestaltet. Also wenig Überblick, dafür einige große Plätze für beworbene Bücher. Das vom iPod bekannte Genius, das basierend auf vorherigen Käufen Empfehlungen ausspricht, gibt es für iBooks (noch) nicht. Und auch das Setzen von Lesezeichen ist recht kompliziert gelöst. Eine einzelne Seite lässt sich nicht bookmarken, ledigilich Textpassagen, die über ein Untermenü wieder ausgewählt werden können. Da der Buchtransfer ebenfalls über iTunes abgewickelt wird, können Sie auch eigene Bücher im ePub-Format vom Rechner übertragen. Wer seine Pdf-Sammlung für das iPad fit machen will, kann auf Konvertierungs-Programme zurückgreifen.

Gaming auf dem iPad: Im Hinblick auf die Spielewelt könnte das iPad durchaus der vielgepriesene "Game Changer" werden. Schon zum Start lassen einige Spiele-Apps erahnen, was mit dem iPad möglich ist. Die "Command&Conquer"-Adaption ist schon jetzt mein Favorit. Die direkte Steuerung über das Display überlässt dem Spieler erstmals die Rolle des Chefstrategen, der mit ein paar Gesten über Leben und Tod seiner Einheiten entscheidet. Andere Spielehersteller dürften nachziehen.

Tippen auf dem iPad: Apples neuester Wurf ist ein Freizeit-Gadget. Die ersten Tests scheinen zu bestätigen, dass Office-Arbeit auf dem iPad nicht wirklich Spaß macht. Im Querformat bedeckt die virtuelle Tastatur die Hälfte des Screens. Ist das Display dem Gesicht des Users zugeneigt, verdecken die Hände bei Tippen die ganze Sicht. Doch auch im Hochkant-Modus lässt sich nicht vernünftig tippen. Um das Gerät mit einer Hand zu halten, ist es zu schwer, und das einhändige Tippen würde wegen des zu großen Tastenabstandes zu lange dauern. Auch die bewährte Zwei-Daumen-Technik hilft da nicht weiter. Die beste Lösung: Der 39 Dollar teure iPad-Case als Stand und die Apple-Bluetooth-Tastatur als Peripherie.

Fazit: Das iPad wird seinem Ruf als Multimedia-Gadget absolut gerecht. Allerdings ist in vielen Bereichen noch Luft nach oben. Apple-Fans werden vermutlich schon in wenigen Wochen vor den deutschen Apple-Stores campieren. Allen Unentschlossenen sei geraten, noch weitere Tests und den Verkaufsstart der UMTS-Version abzuwarten.

Bilder via Gizmodo

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