RIM: Erwartungen wieder nicht erfüllt

Die Geschäfte laufen weiter gut, doch ‚gut’ ist an der Wall Street bekanntlich nicht immer gut genug. Diese Erfahrung musste nach Handelsschluss wieder einmal der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) machen. Zwar konnte der kanadische Smartphone-Anbieter sowohl Umsätze als auch Gewinne zweistellig steigern, doch das war Anlegern zu wenig. Deutlich wird: Die verschärfte Konkurrenz durch das iPhone und Googles mobiles Betriebssystem Android hinterlässt ihre Spuren – die Aktie bricht nachbörslich ein.

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Die Geschäfte laufen weiter gut, doch ‚gut’ ist an der Wall Street bekanntlich nicht immer gut genug. Diese Erfahrung musste nach Handelsschluss wieder einmal der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) machen. Zwar konnte der kanadische Smartphone-Anbieter sowohl Umsätze als auch Gewinne zweistellig steigern, doch das war Anlegern zu wenig. Deutlich wird: Die verschärfte Konkurrenz durch das iPhone und Googles mobiles Betriebssystem Android hinterlässt ihre Spuren – die Aktie bricht nachbörslich ein. 

Genau ein Jahr ist es her, als Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) mit starken Quartalszahlen die Hoffnung belebte, dass die Talsohle der Rezession durchschritten sein könnte: "RIM blows the doors off", titelte das Technologieportal "Alley Insider" seinerzeit begeistert – "RIM stößt die Türen auf". Um mehr als 20 Prozent zog die RIM-Aktie auf 60 Dollar seinerzeit an, der neue Bullenmarkt war eröffnet.

Ein Jahr und zwei Enttäuschungen später notieren die Anteilsscheine von Research in Motion bei 70 Dollar. In einem Zeitraum, in dem die Technologiebörse Nasdaq um mehr als 50 Prozent zulegte und sich Konkurrent Apple seitdem mehr als verdoppelte, ist das ein Armutszeugnis, dass die Sorge der Anleger ausdrückt, der Blackberry-Hersteller habe seine besten Zeiten hinter sich.

Q4: Zweistelliges Wachstum geht weiter – Umsätze steigen um 18 Prozent, Gewinne um 35 Prozent

An dieser skeptischen Einschätzung hat sich auch nach Handelsschluss nichts geändert. Wieder legte der im kanadischen Waterloo beheimatete Smartphone-Anbieter Quartalszahlen vor, und wieder vermochte es das Zahlenwerk nicht, den Erwartungen der Wall Street zu entsprechen.

Dabei liest sich die Bilanz zunächst wie eine Fortsetzung der jahrelangen Wachstumsgeschichte: Im Ende Februar zu Ende gegangenen Geschäftsquartal konnte Research in Motion 710 Millionen Dollar oder 1,27 Dollar je Aktie verdienen. Das waren immerhin stolze 37 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sprang um 18 Prozent auf 4,08 Milliarden Dollar.

Verfehlte Erwartungen: Bilanz unter Wall Street-Schätzungen

Hier fangen jedoch die Probleme an. Analysten hatten nach Erhebungen von FactSet Research im Durchschnitt mit Erlösen in Höhe von 4,30 Milliarden Dollar gerechnet. Auch die Gewinne blieben unter den Konsensschätzungen – wenn auch nur haarscharf um einen Cent.

RIM-CEO und Mitbegründer Jim Balsillie versuchte die moderate Verfehlung mit der Lagerbestandspolitik eines Kunden zu erklären. Gleichfalls sieht sich Balsillie weiter auf Wachstumskurs – auch außerhalb der USA. "Wir haben es geschafft, unseren internationalen Marktanteil deutlich auszubauen", erklärte er im anschließenden Conference Call.

RIM bleibt vorne: Immer noch mehr Blackberrys als iPhones verkauft

Insgesamt kann sich der RIM auf die Fahnen schreiben, immer noch mehr Blackberrys zu verkaufen als Apple iPhones. Den im letzten Quartal abgesetzten 8,7 Millionen Apple-Smartphones standen 10,5 Millionen Blackberrys im abgelaufenen Dreimonatszeitraum gegenüber.  Analysten hatten hier mit 11,2 Millionen verschickten Geräten ebenfalls mit mehr gerechnet.

Dan Frommer, Technologiereporter beim "Alley Insider", fasst die Bedenken der Wall Street wie folgt zusammen: "Es scheint, als ob RIM sich langfristig eher in Richtung des mittelteuren bis billigen Preissegments entwickeln würde, was sehr problematisch wäre." Als insgesamt problematisch beurteilten Anleger auch das vorgelegte Zahlenwerk und schickten die RIM-Aktie nach Handelsschluss um 5 Prozent auf 70 Dollar nach unten. Apple legte im Gegensatz moderat um 50 Cent auf 235,50 Dollar zu.   

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