Die besten Medien-April-Scherze

Vermeintlich sensationelle Nachrichten am heutigen 1. April sind mit Vorsicht zu genießen. Die Medien überbieten sich mal wieder mit skurrilen Aprilscherzen. Schon Tradition hat der Google-Witz zum 1. April. So verkündet der Internet-Konzern, seinen Namen in Topeka zu ändern. Die FAZ schürt Panik unter Apple-Fans und berichtet von schmelzenden iPad-Displays. Und, nein,Thomas Knüwer wird auch nicht Chefredakteur der WAZ. MEEDIA fasst die besten Medien-Aprilscherze zusammen.

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Vor allem Google ist bekannt für seine kreativen April-Witze. Diesmal verkündet das offizielle Google Blog, dass der Name des Internet-Konzerns in Topeka geändert würde. Grund: Der Bürgermeister der Stadt Topeka in Kansas habe vergangenen Monat beschlossen, seine Stadt in Google umzubenennen. "Wir haben uns seither gefragt, wie wir diese noble Geste würdigen können. Heute freuen wir uns bekannt zu geben, dass ab 1 Uhr am 1. April Google seinen Namen offiziell in Topeka umbenannt hat." Der Witz dürfte freilich selbst für gutgläubige Zeitgenossen sofort als Aprilscherz zu erkennen sein.

Dabei hatte Google offenbar einen ganz anderen Witz geplant, nämlich Google Jails. Eine detaillierte Präsentation inklusive Videos und einer FAQ-Seite war schon vorbereitet. Google sollte angebliche neue, hochkomfortable Gefängnisse errichten, in der bewährten Google-Qualität. Der Witz wurde aber von dem US-Magazin Fast Company vorab ausgeplaudert. Aber vielleicht war das ja auch wieder ein Aprilscherz.

Einen weiteren Google-Witz hat das US-Blog TechCrunch in petto, nämlich dass Google jetzt auch tragbare und hocheffiziente Mini-Atomkraftwerke bauen will. Auch dies ist relativ leicht als Aprilscherz zu erkennen.

Der Mediendienst turi2 hat sich ebenfalls Google als Witzvorlage hergenommen und behauptet, die Suchmaschine würde den deutschen Burda-Verlag kaufen. Charmante Idee: Der Konzern werde zu Burgle umbenannt und die Europazentrale von Dublin an den badischen Burda-Standort Offenburg verlegt. Außerdem habe Google dem VDZ ein Kaufangebot für alle deutschen Zeitschriftenverlage unterbreitet: 10 Mrd. Dollar. Da heißt es zugreifen.

Ein bisschen schwerer, den Aprilscherz zu erkennen, macht es die FAZ. Die berichtet online ganz seriös, dass der Verkaufsstart des von Apple-Fans ersehnten iPad in Gefahr ist. Alle Geräten müssten nochmals überprüft werden, weil ein Journalist des Wall Street Journal ein Display zu schmelzen gebracht habe. Schmelzende Display, kein Ipad – da greift der nervenschwache Apple-Fan-Boy nach seinen Tropfen. Das Thema ist für einen Aprilscherz gut gewählt.

Einige fallen vielleicht auch auf die Meldung der Internet World herein, dass sich Apple-Chef Steve Jobs nun mit 24,1 Prozent an Facebook beteiligt und Facebook-Chef Mark Zuckerberg Social Media Director bei Apple wird. Auch dies ist ein Aprilscherz.
Blogger Thomas Knüwer witzelt, dass ausgerechnet er neuer Chefredakteur der gedruckten WAZ werde. Der bisher WAZ-Chef Ulrich Reitz kümmere sich künftig nur noch ums Digitale. Ein absoluter Insider-Gag.
Die Website Russlandonline schreibt heute, dass Springers Bild nun in kyrillischer Schrift auch in Russland erscheine. Das ganze wird garniert mit ein paar Fotomontagen und allerlei Infos zu den tatsächlichen Russland-Deals der Axel Springer AG. Aber spätestens, wenn die Rede auf Bild-Briefe-Schreiber Franz Josef Wagner kommt weiß man, dass auch hier gescherzt wird. So wird ein angeblicher Springer-Sprecher zitiert: "Selbst unser umstrittener Kolumnist Franz Josef Wagner wird sich gelegentlich russischer Themen annehmen. Vielleicht sogar an Stelle der täglichen Flaschen Rotwein dem russischen Wodka frönen, um in Schreibstimmung zu kommen." Springer wurde FJW niemals als "umstritten" bezeichnen.

Diverse Rundfunksender behaupteten in den Frühnachrichten, dass künftig auf E-Mails ein Porto von einem Cent fällig werde. Angeblich um unerwünschte Werbe-Mails einzudämmen. Um dem Scherz einen glaubhaften Anstrich zu geben, wurde beim HR ein Experte der Zeitschrift c’t befragt, der die Meinung vertrat, dass die Maßnahme nichts bringen werde. Ganz schön realistisch. Das norddeutsche Delta Radio brachte seltsamerweise denselben Witz. Hier durfte Google-Pressesprecher Stefan Keuchel die Aktion begrüßen. 

Und das ARD Morgenmagazin berichtete, dass die Post künftig private Zusteller beschäftige. Der Nachbar könne in seiner Mittagspause ein paar Briefe austragen und sich so einige Cent dazuverdienen.

Einen politischen Witz erlaubte sich die Tierschutzorganisation PETA, die einen nackten Guido Westerwelle auf einem gefakten Plakatmotiv zeigt. Der nackte Westerwelle hält ein Schild auf dem steht: "Lieber nackt als im Pelz." PETA ist für ihre Plakate mit Prominenten (u.a.Pamela Anderson) bekannt, die mit dem Spruch und einem Nacktfoto dafür werben, auf Pelzkleidung zu verzichten.
Ja, der gute alte Aprilscherz ist auch immer wieder ein gerne genommener Anlass für PR. So meldet beispielsweise eine Softwarefirma, dass die Bundesregierung plane, Wahlen künftig online stattfinden zu lassen und dabei auf die Produkte des Hauses setze. 
Zahlreiche weitere, auch regionale Aprilscherze hat die dpa zusammengefasst.

Aber keine Angst. Morgen ist dann alles wieder normal.

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