Das iPad im Härtetest der US-Gadget-Gurus

Sie sind die Gurus der amerikanischen Gadget-Community: die Tech-Kolumnisten Walt Mossberg vom Wall Street Journal und David Pogue (New York Times). Folgt man ihren Kritiken nach einem ausführlichen Test des iPad, so dürfte Apples Tablet ein Riesenerfolg werden. Mossberg traut dem leichten Touchscreen-Modell sogar zu, ein "Game Changer" in der Computernutzung zu werden. Unterdessen berichtet das US-Blog Gizmodo, dass es zum deutschen Marktstart zu Lieferengpässen kommen könnte.

Anzeige

Beiden Kolumnisten hatte Apple jeweils ein iPad für eine Woche zur Benutzung überlassen, damit sie ihre Rezensionen vor dem US-Marktstart am Ostersamstag publizieren konnten. Walt Mossberg lobt dabei die Eleganz des flachen Geräts und kommt zum Schluss, dass das iPad "eine Bedrohung für die Vorherrschaft des Laptops" werden könne und sich der "maus-getriebene" Markt der transportablen Rechner zu einem "finger-getriebenen" entwickeln könne – ein Paradigmenwechsel in der Computernutzung.
"Das iPad ist mehr als ein E-Reader und mehr als ein großes iPhone", urteilt Mossberg. Dabei sei es nicht für alle Nutzungsformen geeignet, sondern vordringlich für den Datenaustausch, den Konsum von Inhalten sowie eingeschränkt zur Produktion von Inhalten. Die Zielgruppe umreisst der WSJ-Journalist wie folgt: "If you’re mainly a Web-Surfer, note-taker, social networker an emailer and a consumer of photos, videos, books, periodicals and music – this could be for you." Dies dürfte auf die bei weitem überwiegende Zahl der Web-Nutzer zutreffen.
Aber es gibt auch andere. Deshalb schreibt David Pogue von der New York Times gleich zwei Rezensionen. Die eine ist für Tekkies gedacht, die andere für die breite Masse. Und beide kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Während das iPad für Linux-Fans, Open Source-Enthusiasten und alle, "die mehr Email-Adressen haben als Hosen" (Pogue) wegen der eingeschränkten technischen Möglichkeiten und fehlender Schnittstellen ein No-Go ist, markiere es für alle anderen geradezu eine Produktklasse. "The iPad is so fast aund light, the multitouchscreen so bright and responsive, the software so easy to navigate, that it really qualify as a new category of gadget." Deshalb sei es auch geeignet, neue Nutzerkreise zu erschließen: "Technophobe", Senioren und Kinder.
Beeindruckt zeigten sich die Kritiker vom "Speed" des iPads sowie von der erstaunlichen Akkuleistung. In beiden Tests lief die vollgeladene Batterie sogar länger als vom Hersteller mit zehn Stunden angegeben. Mossberg notierte 11:28 Stunden Dauerbetrieb bei heller Monitorbeleuchtung und eingeschaltetem W-Lan, Pogue kam sogar auf 12 Stunden, in denen er pausenlos Filme abspielte. Als mögliches Problem bei der Bewegtbildnutzung empfindet Mossberg den hochformatigen Bildschirm, das 16:9-Videos nur mit breiten schwarzen Streifen oder mit abgeschnittenen Randbereichen darstellen kann.
Zum Verkaufsstart des iPads Ende April in Deutschland könnte es Lieferprobleme geben. Wie das US-Blog Gizmodo meldet, habe das Apple Management den Bedarf mit 75.000 Geräten kalkuliert und entsprechend geordert. Tatsächlich seien aber bereits 250.000 Vorbestellungen eingegangen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige