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NZZ denkt an Kooperation mit der FAZ

Die angeschlagene Verlagsgruppe der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) hat anscheinend eine verstärkte Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen im Sinn. In einem Interview im eigenen Blatt weist NZZ-Verwaltungsratspräsident Conrad Meyer darauf hin, dass man mit der FAZ an zwei Standorten gemeinsame Korrespondenten hat: "Das sind kleine Zeichen möglicher Lösungen." Die NZZ hat 2009 46 Millionen Franken beim Anzeigenumsatz verloren und ein Minus von 3,1 Millionen Franken verbucht.

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In dem bemerkenswert offenen Interview verspricht Meyer einen Ausbau der Online-Aktivitäten, betont aber: "Die NZZ-Mediengruppe legt tatsächlich großes Gewicht auf den Bereich Print, und sie wird daran festhalten. Dieser Bereich ist nun einmal sehr volatil."
Die Kooperation mit der FAZ kommt bei der Frage zur Sprache, ob der Schweizer Medienmarkt nicht zu klein sei, um journalistische Qualitätstitel auf Dauer finanzieren zu können. Meyer: "Es ist schon so, dass die hohe journalistische Kompetenz der NZZ noch anderweitig genutzt werden könnte. Um ein Beispiel zu nennen: Wir haben mit der FAZ an zwei Standorten gemeinsame Korrespondenten. Das sind kleine Zeichen möglicher Lösungen."
Die NZZ-Gruppe ist gerade mit dem Versuch gescheitert, die Basler Zeitung zu übernehmen. Die NZZ hat bereits Regionalzeitungen in St. Gallen und Luzern. Die NZZ-Gruppe will erklärtermaßen ihre Regionaltitel auf Verlagsseite näher zusammenrücken lassen und als zweites Standbein neben der überregionalen NZZ etablieren.
Auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, dass die NZZ in 20 Jahren nur noch in elektronischer Form erscheint, antwortete Meyer: "Ja, das ist vorstellbar. Ich hoffe aber, dass es nicht soweit kommt."

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