Relaunch bei Springer-Tochter Transfermarkt

Auf den ersten Blick galt Transfermarkt.de bislang als das hässliche Entlein unter den deutschen Sportseiten. Das Portal hatte den Charme eines Aldi-Prospektes, strahlte aber auch genau dieselbe dröge Seriosität aus. Jetzt überarbeitete die Springer-Tochter aus Hamburg-Wandsbek jedoch ihr Angebot und hofft, den Spagat zu schaffen zwischen frischer Optik und alter, trister Ernsthaftigkeit. Unabhängig vom Design: Transfermarkt bleibt eine der großen deutschen Web-Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre.

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Transfermarkt.deChef Matthias Seidel hat die Seiten verschlankt und aufgeräumt. Das zeigt sich am deutlichsten in der Navigation, die nun weit übersichtlicher daher kommt. "Die Herausforderung bestand darin, unseren Nutzern den Zugang zu den umfangreichen Inhalten und Foren zu erleichtern, ohne dabei die Tiefe und starke Vernetzung innerhalb des Portals zu verlieren", sagt Seidel. "Mit dem überarbeiteten Angebot wollen wir neue User ansprechen, gleichzeitig aber auch weiter den Bedürfnissen unserer großen Stamm-Community gerecht werden."
Neben den optischen Notwendigkeiten zur Renovierung benötigte offenbar auch die Technik eine Generalüberholung, damit Transfermarkt seine ehrgeizigen Entwicklungs-Plänen realisieren kann. So will Seidel ab April einen Bundesliga-Live-Ticker starten. Bei den Rivalen von Kicker, Sport1 oder Sportal ist die Live-Berichterstattung ein echter Klickbringer.
Der Einsatz eines Tickers könnte den Hamburgern helfen, ihre Traffic-Rückgänge zu kompensieren, mit denen sie während Hin- und Rückserien immer wieder zu kämpfen haben. Die meisten Besucher verzeichent die Seite – bei dem Namen nur logisch – in den Transferperioden. Sobald der Ball aber rollt, gehen die Besuche leicht zurück.
Der Clou an den Transfermarkt-Tickern soll sein, dass ein ausgewählter Community-Nutzer immer die Spiele mitkommentieren kann. "Damit rücken wir erstmals die Spiele selbst in den Fokus und übertragen die sehr hohe Qualität, die in unseren Foren herrscht, auch auf neue Angebote", sagt Seidel.
Die Community mit ihrer regen Userbeteiligung ist noch immer das Herzstück der Seite, die einmal als reines Fan-Forum an den Start ging. Nachdem sich der Traffic in den ersten Jahren fast alle zwölf Monate verdoppelte, ist Transfermarkt.de mittlerweile auf dem Weg zur Spitze der einheimischen Sport-Portale.
Im Februar erreichten die Hamburger laut IVW 138 Millionen Page Impressions und 14,087 Millionen Visits. Sport1 erreichte 181 Millionen Klicks und 26 Milionen Visits, während Kicker.de mit 211 Millionen PIs  und 32 Millionen Visits die klare Nummer eins ist. 

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