Schadenersatz für Möllemann-Video

Vor rund sieben Jahren stürzte Jürgen Möllemann in den Tod. Ein Sprungkamerad filmte damals den tödlichen Fallschirmsprung des FDP-Politikers. Der TV-Sender N24 und das Nachrichten-Portal Bild.T-Online.de zeigten im Juni 2007 den Clip ohne Erlaubnis des Urhebers. Der Kameramann hatte daraufhin auf Schadenersatz geklagt. Die Folge: Zwischen dem Urheber und den Medienangeboten entbrannte ein Streit über die Frage, ob N24 und Bild.T-Online ihre Werbeeinnahmen offen legen müssen. Jetzt hat der BGH entschieden: sie müssen.

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Wie das Videomaterial zu Bild.T-Online.de gelangte, die den Clip dann an den Nachrichtensender weitergaben, ist bis heute unklar. Fest steht allerdings: Eine Einwilligung des Urhebers lag zu keiner Zeit vor.

Durch die Veröffentlichung des Video-Materials haben die beiden Medien – laut BGH-Richter – das Recht des Klägers als Hersteller des Videofilms "widerrechtlich und schuldhaft" verletzt. "Sie sind dem Kläger deshalb zum Schadenersatz verpflichtet." Das Bedeutet: Die Beklagten müssen den Gewinn, den sie durch die Veröffentlichung erzielt haben, nun an den Kläger abtreten.

Die Folge: N24 und Bild.T-Online.de müssen nun für den besagten Tag ihre gesamten Werbeeinnahmen offen legen. Allerdings sollte der Filmer nicht mit allzu üppigen Einnahmen rechnen. Denn der BGH-Senatsvorsitzende Joachim Bornkamm erläuterte bereits: "Letztlich kommt aber nur ein bestimmter Bruchteil des Gewinns als Schadensersatz in Betracht."

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