Print-Werbemarkt rauscht erneut nach unten

Die Stimmung in der Publikumszeitschriftenbranche ist weiter im Keller. Nachdem die Zentrale Anzeigenstatistik (ZAS) Ende Februar noch ein vergleichsweise geringes Minus von 1,4% ausgewiesen hatte, verzeichnet sie nun, einen Monat später, einen Rückgang von 4,2% gegenüber dem Krisenjahr 2009. Anstatt einer Erholung geht es also weiter kräftig nach unten. Am deutlichsten Anzeigenseiten eingebüßt haben dabei Vogue, InStyle und Freizeit Revue, gewonnen haben u.a. Prisma, Gala und Schöner Wohnen.

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Betrachtet man nur den Monat März, so ergibt sich bei den durch die ZAS ausgewerteten Titeln sogar ein Verlust von 8,6% der im März 2009 gedruckten Anzeigenseiten. Besonders deutlich im Minus befinden sich nach den ersten drei Monaten des Jahres die Jugendzeitschriften (-13,4%), die Kinderzeitschriften (-11,8%), die IT- und Telekommunikationszeitschriften (-14,5%), die Wirtschaftspresse (-15,8%) und vor allem die Sportzeitschriften, die 20,3% ihrer Anzeigen aus dem Vorjahr verloren. Zu den Gewinner-Segmenten gehören die Aktuellen Zeitschriften und Magazine, die um fast 7% zulegen konnten.

Interessant ist der Blick auf die Flop Ten der Titel, die in den ersten drei Monaten am deutlichsten verloren haben. Fanden sich dort nach dem Februar noch c’t, TV Spielfilm und TV Today an der Spitze, sind es nun Vogue, InStyle und Freizeit Revue. Damit stehen nun drei Zeitschriften mit meist weiblichen Lesern auf den ersten drei Plätzen des Rankings. Auch Cicero gehört zu den größten Verlierern, ist prozentual gesehen mit einem Minus von 42,5% sogar der größte Absteiger auf den ersten zehn Plätzen:

Das Gewinner-Ranking wird weiterhin vom TV-Supplement Prisma angeführt, dahinter folgen die Gala und Schöner Wohnen. Die viertplatzierte Bunte war nach dem Februar noch nicht in der Top Ten zu finden, gehört also trotz der Politiker-Schnüffel-Affäre zu den Aufsteigern im März. Ebenfalls neu in der Aufsteiger-Top-Ten dabei sind Mountain Bike und Brigitte, Der Spiegel fiel dafür von Platz 3 auf 8 zurück.

Zum Schluss noch der Blick auf die Anzeigenumfänge der 20 laut Nielsen Media Research umsatzstärksten Publikumszeitschriften. Hier halten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Neun Titel büßten Anzeigen ein, acht konnten zulegen und bei dreien lassen sich die Vorjahreszahlen nicht mit den aktuellen Werten vergleichen, weil eine verschiedene Anzahl von Ausgaben in die Wertung kam.

Prozentual gesehen haben hier die Gala, die Bild der Frau, die Bunte und die Brigitte am deutlichsten gewonnen – allesamt zweistellig. Die beiden größten Verlierer sind wiederum Vogue und InStyle mit einem Rückgang von je 15,4%. Sowohl die größten Gewinner als auch die größten Verlierer kommen also aus den weiblichen Segmenten.

Bei den großen Drei, also Spiegel, stern und Focus heißt der einzige aktuelle Gewinner Spiegel: Das Magazin gewann kräftige 9,4% hinzu. Der stern, der nach dem Februar noch bei einem Minus von 7,2% lag, verbesserte sich im März auf ein Mini-Minus von 0,6%, der Focus verschlechterte sich hingegen von -1,4% auf -2,8%:

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