Redondo-Vega neuer GQ-Chefredakteur

Seit Wochen kursierten im Umfeld des Münchener Verlagshauses Condé Nast Spekulationen, wonach an der Spitze des kriselnden Männermagazins GQ ein Wechsel ansteht. Wie Werben & Verkaufen am Donnerstagvormittag exklusiv meldete, heißt der neue Chefredakteur José Redondo-Vega. Der bisherige Chef Manuel Frei muss gehen, angeblich verlässt er das Haus "auf eigenen Wunsch". Der 44-jährige Redondo-Vega ist bereits seit acht Jahren bei Condé Nast, war auch schon GQ-Vize. Er tritt zum 1. April an.

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Am frühen Nachmittag soll der Wechsel nach Informationen von MEEDIA offiziell gemacht werden. Das Blatt kämpft seit einigen Jahren mit einer stetig sinkenden Auflage. GQ kommt aktuell auf einen Gesamtverkauf von 134.165 Exemplare (IVW IV/09). Im 5-Jahres-Trend macht dies ein Minus von drei Prozent aus.  
Manuel Frei, 43, der bei Condé Nast einen guten Ruf hat, agierte an der Spitze von GQ zuletzt zunehmend glücklos. Trotz aufmerksamkeitsstarker Events wie "GQ-Men of the Year" konnte das Magazin weder bei der Auflage noch in der Reichweite befriedigende Ergebnisse vorweisen. Beobachter spekulieren, dass der von Verleger Jonathan Newhouse geschätzte Frei, der die GQ-Chefredaktion 2006 übernommen hatte, nach Paris wechseln könnte.
Redondo-Vega hat im Lifestyle-Segment umfassende Erfahrungen gesammelt. Von 1999 bis 2000 war der 44-Jährige Textchef bei Max, anschließend folgte ein Ausflug in den Medien-Journalismus. Bis 2002 hatte Redondo-Vega den Chefredaktreurposten beim kressreport inne, ehe er zum Condé Nast Verlag wechselte und die Chefredaktion bei GQ übernahm. 2007 ging Redondo-Vega zur Vanity Fair, wo er zunächst als Redaktionsleiter Online fungierte und 2008 zum stellvertretenden Chefredakteur berufen wurde. Nach der Einstellung des Lifestyle-Magazins war der Journalist im Verlag für "Special Projects" verantwortlich.
Vor der Festlegung auf Redondo-Vega als neuen Blattmacher hatte Verlagschef Moritz von Laffert offenbar auch externe Kandiaten gecastet. Gerüchten zufolge hatte Neon-Chefredakteur Michael Ebert auf der Wunschliste von von Laffert gestanden, die Offerte aber ausgeschlagen. Auch ehemalige Führungskräfte des von Gruner + Jahr eingestellten Premium-Magazins Park Avenue sollen in München vorstellig geworden sein. Mit Rendondo-Vega setzt Condé Nast nun auf  eine bewährte Fachkraft aus dem eigenen Haus.
Nachtrag: In der Pressemitteilung des Verlags äußert sich Moritz von Laffert zum Personalwechsel.
„José Redondo-Vega ist ein profilierter Journalist und ein erfahrener wie kreativer Blattmacher. Sein vielfältiger, profunder Erfahrungsschatz im Print- wie im Online-Journalismus qualifiziert ihn gerade in Zeiten der zunehmend crossmedial vernetzten Medienwelt in hohem Maß für seine neue Aufgabe“, kommentiert Moritz von Laffert, Vorsitzender der Geschäftsführung von Condé Nast Deutschland. „GQ ist das stilbildende Männermagazin in Deutschland und zugleich Qualitätsmarktführer. José Redondo-Vega wird als Chefredakteur die Relevanz des Titels weiter steigern und das journalistische Profil der Zeitschrift schärfen“, so von Laffert.

„Manuel Frei prägte den Titel über mehr als drei Jahre und trug während dieser Zeit entscheidend dazu bei, die Führungsposition von GQ im Männer-Fashion- und Lifestyle-Segment zu stärken. Während seiner Tätigkeit als Chefredakteur wurde sowohl die Vorreiterstellung von GQ Style als Mode- und Stil-Guide für Männer als auch das Sonderheft GQ Uhren weiter ausgebaut“, sagt von Laffert. 

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