NDR-Journalist coachte CDU-Politiker

Der suspendierte NDR-Fernsehredakteur Gerd Rapior hat diversen CDU-Landespolitikern sogenannte "Medientrainings" gegeben, darunter Finanzminister Rainer Wiegard, Innenminister Klaus Schlie und Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Der NDR erklärte dazu, Rapior habe dafür keine Genehmigung gehabt und "hätte sie auch niemals bekommen". Der Sender prüft eine fristlose Kündigung.

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Der CDU-Landesgeschäftsführer Daniel Günther, der sich selbst von Rapier im Verhalten vor der Kamera schulen ließ, bestätigte diese und weitere Einsätze des NDR-Redakteurs, der im Kieler NDR-Funkhaus bis zu seiner Suspendierung auch für Politikberichte zuständig war. Nach Angaben Günthers wurden die Coachings teils privat, teils von Partei und Fraktion bezahlt.

Friedrich-Wilhelm Kramer, Direktor des NDR Landesfunkhauses Schleswig-Holstein, erklärte dazu laut ndr.de: "Für diese Medientrainings hatte Gerd Rapior keine Genehmigung und er hätte sie auch niemals bekommen." Eine solche Nebentätigkeit eines festangestellten Redakteurs sei ein klarer Verstoß gegen die Regeln des NDR und mit einer glaubwürdigen und unabhängigen journalistischen Arbeit nicht vereinbar.

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Rapior wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Diesen Vorwurf hat der Journalist inzwischen zurückgewiesen. Es geht um den Verdacht, er habe Unternehmen gegen Geld Sendezeit oder positive Berichterstattung verschafft.

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