G+J: Düstere Bilanz, hohe Abschreibungen

In seiner Konzernbilanz, die am Donnerstagmorgen in Hamburg präsentiert wurde, beklagt Gruner + Jahr ungewöhnlich hohe Sondereffekte: Insgesamt 170 Mio. Euro an außerplanmäßigen Abschreibungen und Restrukturierungsaufwendungen haben das EBIT unter Druck gesetzt und nach Abzug von Steuern und Zinsen zum bereits bekannten Fehlbetrag von 18 Mio. Euro geführt. Immerhin: Ohne die Sondereffekte lag die Rendite des Unternehmens wie im Vorjahr bei 8,1%.

Anzeige

Lässt man die außerplanmäßigen Abschreibungen und Restrukturierungsaufwendungen von 170 Mio. Euro außen vor, lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das so genannte Operating EBIT bei 203 Mio. Im Vorjahr waren es noch 225 Mio. Der Umsatz sank im selben Zeitraum von 2,769 Mrd. Euro auf 2,508 Mrd. Euro – ein Minus von 9,4%. Zu verdanken hat G+J diesen Rückgang vornehmlich der Anzeigenkrise. So sanken die Werbeerlöse nach Unternehmensangaben um 19% auf 772 Mio. Euro. Auch die Vertriebserlöse gingen zurück – wenn auch mit einem Minus von 5% nicht ganz so dramatisch – auf 811 Mio. Euro.

Gegengesteuert hat G+J mit heftigen Kostensenkungsmaßnahmen von "weit über 200 Mio. Euro". Diese Einsparungen führten im zweiten Halbjahr zu einem operativen Ergebnis von 148 Mio. Euro nach 55 Mio. Euro im ersten Halbjahr. Laut G+J lag das zweite Halbjahr 2009 damit sogar wieder über dem Vergleichszeitraum 2008. In die roten Zahlen geriet der Konzern wegen der ungewöhnlich hohen Sondereffekte, also den außerplanmäßigen Abschreibungen und Restrukturierungsaufwendungen. Auf 170 Mio. Euro summierten sie sich und machten aus dem Operating EBIT von 203 Mio. Euro ein EBIT von 33 Mio. Euro (Vorjahr: 170 Mio. Euro). Nach Abzug von Steuern und Zinsen blieb unter dem Strich ein Verlust von 18 Mio. Euro – nach dem Gewinn von 88 Mio. im Vorjahr.

In einer Krise sieht sich der Konzern damit aber nicht: "Gruner + Jahr ist weiterhin frei von Finanzschulden und mit einer komfortablen Cash-Position ausgestattet und somit finanziell kerngesund und in vollem Umfang investitionsbereit", so das Unternehmen. Und Vorstandsvorsitzender Bernd Buchholz ergänzt: "Gruner + Jahr hat bewiesen, dass sich Europas führendes Verlagshaus konsequent und vorausschauend auf eine schwere Wirtschaftskrise wie auch den medialen Wandel einstellen kann. Der Erfolg lässt sich bereits im 2. Halbjahr am verbesserten operativen Ergebnis ablesen. Wir haben unsere Hausaufgaben erfolgreich gemacht, ohne unseren journalistischen Qualitätsanspruch dabei zu gefährden. Wir blicken äußerst optimistisch in die Zukunft."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige