Springer & Ringier bündeln Ost-Geschäft

Paukenschlag vor Mitternacht: Axel Springer und das Schweizer Verlagshaus Ringier haben bekannt gegeben, ihr Osteuropa-Geschäft in einer neuen Gesellschaft zu bündeln, an der beide Unternehmen zu je 50 Prozent beteiligt sind. Springer bringt dabei seine Tochtergesellschaften in Polen, Tschechien und Ungarn ein, Ringier die Aktivitäten in Serbien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Das Gemeinschaftsunternehmen soll in Zürich beheimatet sein und in den nächsten drei bis fünf Jahren an die Börse gehen.

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Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner verspricht sich von der gemeinsamen Holding große Wachstumschancen: "Für beide Unternehmen ist diese Partnerschaft eine hervorragende Basis, das publizistische Kerngeschäft mit fünf marktführenden Boulevardzeitungen in attraktiven Wachstumsmärkten deutlich auszubauen, und eine optimale Voraussetzung für eine weitere Expansion im digitalen Zukunftsgeschäft."

Christian Unger, Vorstandsvorsitzender der Ringier AG, hält das neugegründete Unternehmen für so gut aufgestellt, dass ein baldiger Börsengang angestrebt wird. "Zusammen sind wir in den einzelnen Märkten so stark positioniert, dass wir mit dem neuen Unternehmen gemeinsam den Gang an die Börse machen werden und die Zukunft der aufstrebenden Medienmärkte in Osteuropa prägend mitgestalten können."

Die Berliner Axel Springer AG war für den größten Schweizer Verlag dabei offenbar der Wunschpartner: "Die Ringier AG als eigenständiges Unternehmen mit einer 177-jährigen Tradition, starken Marken und einer ausgeprägten Wertekultur trifft auf einen Partner auf Augenhöhe, der in einem hohen Grad zu uns passt", so Unger.

Springer-Ringier-Holding setzte 2009 414 Millionen Euro um

Tatsächlich kann sich die gemeinsame Proforma-Bilanz des Gemeinschaftsunternehmens sehen lassen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr wies die neue Osteuropa-Holding von Springer/Ringier bei einem Umsatz von 414 Millionen Euro ein EBITDA von 62 Millionen Euro aus. 

Das neugegründete Unternehmen soll nach der Rechtsform einer Schweizer Aktiengesellschaft geführt werden. Zur Geschäftsaufnahme leistet Axel Springer eine Bareinlage in Höhe von 50 Millionen Euro in das Joint Venture sowie eine Ausgleichszahlung in Höhe von ca. 125 Millionen Euro an Ringier.

Geführt werden soll das neue Unternehmen von Florian Fels, 42, der derzeit CEO Central Europe bei der Ringier AG ist. Der Vorsitz des Verwaltungsrats geht an Springer – Ralph Büchi, President Axel Springer International, wird ihn besetzen. Im Verwaltungsrat sitzen paritätisch je zwei Vertreter der beiden Unternehmen.

Neues  Verlagsschwergewicht in Osteuropa: Nummer eins im Boulevard-Segment

Das fusionierte Unternehmen zählt zu einem der größten in Osteuropa tätigen Medienkonzerne. Es soll rund 4.800 Mitarbeiter beschäftigen und nach eigenen Angaben mit seinem umfassenden Portfolio zum "klaren Marktführer" in der Gesamtregion bei den Boulevardzeitungen aufsteigen.

Axel Springer und Ringier betonten, ihre Aktivitäten in Osteuropa wären "in hohem Maße komplementär". Beide Unternehmen würden sich sowohl hinsichtlich inhaltlicher Kompetenz als auch strategischem Interesse ergänzen. Eine Presekonferenz zur Gründung der Gesellschaft ist für heute Vormittag um 10 Uhr angekündigt.

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