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GVK kritisiert ARD-Telemedienkonzept

Interne Kritik am Telemedienkonzept der ARD: Die Vorsitzenden der Rundfunk- und Verwaltungsräte der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten empfehlen Korrekturen am ARD-Telemedienkonzept und erwarten weitere Aufklärung zu den veranschlagten Kosten. Die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) hat eine "Überarbeitung des Verweildauerkonzeptes, insbesondere im fiktionalen Bereich" empfohlen. Zudem erschienen den Vorsitzenden der Gremien einige Kostenfaktoren "nicht plausibel".

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Mit der internen Kritik gewinnt die derzeitige Debatte über die Online-Aktivitäten der ARD weiter an Brisanz. Derzeit befinden sich elf Web-Angebote der ARD (u.a. sportschau.de, DasErste.de) im sogenannten Dreistufentest, in dem festgestellt werden soll, ob das entsprechende Portal dem Rundfunkstaatsvertrag entspricht. Vor allem Verlage haben in der jüngsten Vergangenheit die Handhabe mit den öffentlich-rechtlichen Internet-Auftritten kritisiert. Der Ausbau von Web-Angeboten wie tagesschau.de sorge für eine Verzerrung des Wettbewerb, erklärte etwa VDZ-Chef Wolfgang Fürstner.
Die Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD ging in Bezug auf die Prüfverfahren jetzt einigen offenen Fragen nach. In Bezug auf die Verweildauer sei es zum Beispiel fraglich, ob bei "Dailys und Telenovelas ein breites Nutzerinteresse an einer monatelangen Abrufbarkeit" bestehe. Derzeit sieht die Regelung vor, dass TV-Sendungen aus diesem Bereich nach sieben Tagen aus den Online-Mediatheken gelöscht werden müssen.
Zugleich hat sich die GVK mit den angesetzten Kosten des Telemedienkonzepts auseinander gesetzt. Hier seien weitere Erläuterungen von Seiten der Intendanten erforderlich. Im Zweifel hält die GVK den vom MDR-Rundfunkrat eingeschlagenen Weg beim Dreistufentest-Verfahren von kikaninchen.de und KI.KAplus für empfehlenswert: eine Vorlagepflicht an die Gremien bei 10-prozentiger Überschreitung der Kosten.
Bedenken haben die Gremienvorsitzenden außerdem zu den Unterhaltungsspielen im Web geäußert. Um mit der Negativliste des Rundfunkstaatsvertrages vereinbar zu sein, müssen unterhaltende Spiele laut GVK "einen konkreten inhaltlichen und zeitlichen Sendungsbezug aufweisen und diesen ausweisen". Ob diese Anforderung bei den derzeit von der ARD angebotenen Spielen durchgängig erfüllt werden, sei fraglich.
Die GVK übernimmt bei der Gestaltung des Ausbaus der öffentlich-rechtlichen Web-Angebote eine bratende Rolle. Bis Ende April wollen die Gremienvorsitzenden eine Beschlussempfehlung formuliert haben. Im Juli werde eine Pressekonferenz zu den Ergebnissen des Dreistufentest-Verfahrens stattfinden. 

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