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Schnulzen-Alarm bei „Küss Dich reich“

Sat.1 holt Dienstagabends regelmäßig mit romantischen TV-Komödien überdurchschnittliche Quoten. Mit der Eigenproduktion "Küss Dich reich" versucht sich der Sender heute Abend an einem Screwball-Format in der Tradition von Billy Wilders "Manche mögen's heiß" oder Howard Hawkes' "Leoparden küsst man nicht". Felicitas Woll geht als rasende Reporterin auf journalistische Recherche, doch fehlt es dem Film an Tempo und Witz, um es mit den weltberühmten Vorbildern aufzunehmen.

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Mia Westphal (Felicitas Woll) ist eine erfolgreiche Ressort-Chefin beim Lifestylemagazin nana und rechnet fest mit der Beförderung zur Chefredakteurin. Als der Job allerdings an ihren Ex-Freund geht, will sie ihren Chef mit einer Super-Story davon überzeugen, dass sie für den Posten der Chefredakteurin viel besser geeignet ist. Schnell ist ein Thema gefunden. In einer Kontaktanzeige verspricht ein reicher junger Mann eine Million Euro für die Frau, die ihn heiratet und Kinder mit ihm zeugt.
Jetzt will Mia den Macho, der meint, sich eine Frau kaufen zu können, vorführen. Hinter dem angeblichen Millionär verbirgt sich aber auch ein Journalist. Stani Markowitsch, gespielt von Kai Schumann, will mit der Annonce dem Konkurrenz-Blatt Mojito zu einem Scoop verhelfen. Irrungen und Wirrungen sind bei der Story um die beiden Inkognito-Reporter also vorprogrammiert, und am Ende dreht sich alles nur um eins: nämlich um die Liebe.
Doch wer sich jetzt auf eine vertrackte Handlung freut, wird enttäuscht. Es scheint, als setzt der Film einzig auf die Wirkung seiner Darsteller, die den Zuschauer verzücken sollen. Felicitas Woll spielt die liebreizende und ehrgeizige Reporterin, bei der die journalistische Spürnase durch den charmanten Kollegen von der Konkurrenz zeitweise völlig aussetzt. Doch so richtig springt der Funke nicht über – selbst dann nicht, wenn sich die beiden ihre Gefühle füreinander gestehen.
Was als temporeiche Screwball-Komödie angekündigt ist, entpuppt sich daher als dröge Schmonzette. Die Handlung ist vorhersehbar und die Gags sind nicht witzig. Der Verlauf der Geschichte ist dabei gespickt mit Nebenhandlungen, die allesamt irgendwo im Nirgendwo versiegen. Zum Beispiel taucht immer wieder Mias Vater in der Handlung auf – doch ein Bezug wird nicht hergestellt. Diese Rolle hätte sich Regisseur Dominic Müller auch sparen können.
Nicht nur wegen filmischer Schwächen könnte "Küss Dich reich" heute Abend Probleme bekommen, für gute Quoten zu sorgen. Zwar hat Sat.1 den Sendeplatz zur Prime Time für romantische Komödien quasi reserviert. Die Eigenproduktionen "Im Brautkleid durch Afrika" und "Kein Geist für alle Fälle" gehören bislang zu den meistgesehenen Filmen des Jahres. Doch heute Abend tritt der Film gegen das Halbfinale im DFB-Pokal an und RTL zeigt neue Folgen von "Dr. House".

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