ddp: AFP erhält 110 Mio. vom Staat

Muss Frankreich dreistellige Millionenbeträge von der Agentur AFP zurückfordern? Das könnte die extremste Folge einer Beschwerde sein, die der deutsche Konkurrent ddp vor einem Monat bei der EU-Kommission eingereicht hat. Die Financial Times Deutschland zitiert jetzt aus der Beschwerde: "AFP kann nur durch den französischen Staat existieren", heißt es da. Die Hilfen würden gewährt, "damit die strukturell defizitäre AFP im Wettbewerb mit anderen Agenturen mithalten kann."

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Das Einreichen einer Beschwerde in Brüssel hatte die in vielen Bereichen angriffslustige ddp im Februar mitgeteilt, den Inhalt aber nicht. Die FTD zitiert nun aus dem Schriftsatz, demzufolge Frankreich der mit Abstand wichtigste  Kunde von AFP sei: Der Staat zahle  jährlich mehr als 110 Millionen Euro und steuere damit 40 Prozent zum Umsatz bei. Damit sei der Staat nicht gewerblicher Kunde, sondern ein Spender. Die Beschwerdeführer der ddp gehen davon aus, dass auch der deutsche AFP-Ableger von diesen Subventionen profitiere.
Die FTD zitiert dazu Andreas Krieger, Geschäftsführer von AFP Deutschland: "Die Mittelflüsse gehen in die andere Richtung", tatsächlich bezahle der deutsche Ableger Gebühren an das Pariser Mutterhaus.
Die EU-Kommission hat zunächst Stellungnahmen der beteiligten Regierungen in Deutschland und Frankreich angefordert.

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