Ein Rundfunkrat demonstriert Haltung

Der WDR-Rundfunkrat verlangt von Intendantin Monika Piel "Präzisierungen" in ihrem Konzept für das Online-Angebot wdr.de, unter anderem zu Kosten, Rechten und der Abgrenzung zwischen erlaubten und nicht-zulässigen Angeboten. Eine Pressemitteilung dazu, veröffentlicht eben auf wdr.de selbst, verrät die Zielrichtung: Es geht darum, die Kritik von Seiten privater Verlage am sogenannten "Dreistufen-Test" zu entkräften.

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In der vergangenen Woche hatte die Konferenz der Gremienvorsitzenden (GVK) der ARD Journalisten der "Desinformation" geziehen, die aus internen Berichten diverser ARD-Sender zitierten und den Schluss zogen, dass die Online-Auftritte der öffentlich-rechtlichen Anstalten von den für die Prüfung zuständigen Gremien anstandslos durchgewunken werden sollten.
Diesen Verdacht will der WDR beim Dreistufen-Test seines zentralen Online-Portals wdr.de offenbar im Keim ersticken. In der Pressemitteilung heißt es: "Um die abschließenden Entscheidungen vorzubereiten, hat der Rundfunkrat die Intendantin aufgefordert, eine Reihe von Änderungen und Präzisierungen an diesen Telemedienkonzepten vorzunehmen. Dabei geht es unter anderem um die Konkretisierung der Verweildauern der Internetangebote und um die Präzisierung der Abgrenzung zwischen erlaubten und nicht-zulässigen Angeboten im Internet, wie sie in der sog. Negativliste des Rundfunkstaatsvertrages festgelegt worden sind. Eine Überarbeitung und Klarstellung fordert der WDR-Rundfunkrat auch zu den Kosten für die Online-Rechte sowie die angemessene Berücksichtung der Rechte der Produzenten."

Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des Rundfunkrats, lässt sich dazu so zitieren: "Dies alles belegt einmal mehr, wie intensiv und professionell der WDR-Rundfunkrat seine Aufgabe um die Prüfung der Telemedienangebote wahrnimmt." 
Allerdings lässt die Mitteilung nicht erkennen, wo die Probleme an der Grenze zu nicht-zulässigen Angeboten – also wahrscheinlich zu solchen, die nicht sendungsbegleitend sind – tatsächlich liegen. Die Kritik von Verlegerverbänden richtet sich nicht zuletzt auf die mangelnde Transparenz des Verfahrens.

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