Neon hat Kummer: Autor fälschte Interviews

Vor zehn Jahren verkaufte Tom Kummer gefälschte Promi-Interviews an das SZ-Magazin. Jetzt hat Gruner + Jahrs Neon mit einem ähnlichen Fall zu kämpfen. Ingo Mocek hat mindestens fünf Interviews unter anderem mit Beyoncé Knowles, Slash und Christina Aguilera erfunden. Die Reaktion der Neon-Chefs Timm Klotzek und Michael Ebert sowie Herausgeber Andreas Petzold ist eindeutig und entschlossen: Neon beendete sofort die Zusammenarbeit mit Mocek und entschuldigt sich bei seinen Lesern.

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Ins Rollen kam die Affäre, weil das Management von Beyoncé Knowles Zweifel an der Echtheit eines im Januar 2010 veröffentlichten Interviews hegte. "Die Neon-Chefredaktion hat den Autoren mit dem Vorwurf konfrontiert, dass er die Antworten der Sängerin erfunden habe", heißt es in einer Stellungnahme des Magazins. "Ingo Mocek konnte diesen Vorwurf nicht ausräumen und bestätigte schließlich, dass er die Prüfinstanz der Neon-Dokumentation getäuscht und das Gespräch nicht, wie von ihm vorgelegt, stattgefunden hat."

Daraufhin setzte die Chefredaktion eine interne Arbeitsgruppe ein, die vier weitere erfundene Gespräche identifizierte. Das sind: "Soundtrack meines Lebens" von Slash (Neon 6/2004) und "Soundtrack meines Lebens" von Christina Aguilera (Neon 12/2006) sowie Kurz-Interviews mit Snoop Doggy Dog (Neon 12/2006) und Jay-Z (Neon 02/2010).
Das Impressum des Magazins weist Mocek als Teil der Redaktion aus.
"Die Vorgänge sind in keiner Weise vereinbar mit den journalistischen und ethischen Maßstäben nach denen die Neon-Redaktion arbeitet", heißt es in der Mitteilung.  

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